KI-Therapie – Kann ChatGPT unserer Psyche wirklich helfen?
Shownotes
Die Suche nach einem Therapieplatz kann vor allem als gesetzlich versicherte Person in Deutschland zu einem Spießrutenlauf aus unzähligen Telefonaten, E-Mails und wenig hilfreichen Erstgesprächen verkommen. Alles Dinge, die einer Person in einer psychischen Notlage nicht besonders leicht fallen. Doch wie kann man dieses System in Zukunft verbessern, auch mit Hilfe von Technologie? Spektrum-Analyzer Tommy Falkowski und Retro-Gaming-Selfcare-Experte Prof. Roman Dumitrescu vom Fraunhofer IEM nähern sich in dieser Folge von OUTATIME den Ursachen dieses maroden Systems an, um herauszufinden, wie die Zukunft der Therapie aussehen kann.
Die Anwendung von digitalen Apps in der medizinischen Versorgung — die sogenannten DiGAs — werden hierzulande schon überraschend oft eingesetzt, ganz anders sieht es aus mit moderneren KI-Anwendungen, die Lücken in der Behandlung von psychischen Krankheiten schließen könnten. Doch wie verhindert man, dass solche KI-Chatbots nicht den gegenteiligen Effekt haben und Menschen nur in ihren Problemen bestärken? Die Antwort ist komplex, denn künstliche Intelligenz lässt sich nicht so leicht einfangen, wie auch Psychologin Alison Darcy bei ihrem Chatbot „Woebot"" feststellen musste.
Sollten wir es trotzdem wagen? Immerhin liegen die Vorteile auf der Hand und viele Menschen besprechen eh schon alles mit Chatty. Schreib uns deine Meinung an outatime@iem.fraunhofer.de!
Wichtiger Hinweis: Wir sind kein medizinisches Fachpersonal. Solltet ihr euch in einer akuten Krise befinden, wendet euch bitte an die Telefonseelsorge (0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222) oder andere professionelle Stellen."
Transkript anzeigen
00:00:00: Triggerwarnung.
00:00:01: In dieser Episode geht es auch um psychische Probleme.
00:00:04: Wenn dich diese Themen belasten, überspringe diese Folge lieber oder höre sie zusammen mit einer anderen Person.
00:00:11: Sollte es dir nicht gut gehen, findest du in den Show-Notes links zu Hilfsangeboten.
00:00:18: Hey Genie, mir geht's heute ehrlicherweise nicht so gut.
00:00:22: Kannst du mir mal ein Gedankenexperiment machen zum Thema Zukunft der Psychotherapie?
00:00:29: Stell dir vor.
00:00:31: Dein Wecker klingelt um sechs Uhr zehn.
00:00:33: Nicht weil du ausgeschlafen bist, sondern weil der Tag keine Geduld mehr hat.
00:00:38: Eigentlich warst du die ganze Nacht nie wirklich im Schlaf.
00:00:41: Eher in einer Art Bereitschaftsdienst.
00:00:45: Du stehst auf, streckst dich und irgendwo zwischen Schulter und Nacken zieht der Schmerz, der seit Wochen zurückkommt.
00:00:51: Keine Zeit, dich darum zu kümmern.
00:00:53: Unten in der Küche wartet schon der erste Programmpunkt.
00:00:56: Medikamente richten, Frühstück für zwei Kinder, Schuhbrote schmieren.
00:01:01: Dein Blick fällt auf den Kalender an der Wand.
00:01:03: Er sieht aus wie ein komplexer Flightplan der NASA.
00:01:06: Nur dass es hier nicht um den Maß geht, sondern um den Alltag.
00:01:10: Vier Therapietermine diese Woche.
00:01:12: Fünf, wenn es schlecht läuft.
00:01:14: Dazu Arztbesuche, Kontrolluntersuchungen, die latente Möglichkeit einer Einweisung, falls die Symptome wieder ansteigen.
00:01:21: Manchmal verschwindet einer von euch, du oder deine Partnerin, für Tage oder Wochen.
00:01:26: Krankenhausmodus.
00:01:28: Du liebst deine Arbeit wirklich.
00:01:30: Aber in diesen Phasen fühlt sie sich an wie etwas, dass man zwischen fremde Leben quetscht.
00:01:35: Und dann ist da dieser Gedanke,
00:01:37: der immer
00:01:37: öfter auftaucht.
00:01:39: Vielleicht bräuchte ich Selbsthilfe.
00:01:42: Nicht, weil du verrückt wärst, sondern weil die Last irgendwann so groß wird, dass man sich fragt, warum man eigentlich alles alleine tragen soll.
00:01:51: Aber einen Therapieplatz finden?
00:01:52: In Deutschland?
00:01:53: Du kennst das Spiel Monate Wartezeit, Formulare, Weiterleitungen.
00:01:58: Ein System, das wirkt, als wäre psychische Belastung eine lästige Abweichung vom Normalbetrieb.
00:02:03: Und dann, fast beiläufig, passiert etwas Neues.
00:02:06: Dein Ohrstöpsel vibriert leicht, keine Warnung, kein Alarm.
00:02:09: Nur eine ruhige Stimme.
00:02:11: Ich habe bemerkt, dass deine Schlafqualität seit vierzehn Tagen deutlich abnimmt.
00:02:15: Möchtest du kurz innehalten?
00:02:17: Es ist kein Mensch.
00:02:18: Es ist deine therapeutische Assistenz-KI.
00:02:21: Sie kennt deine Termine, deine Belastungsspitzen, deine Sprache, deine Pausen, die Momente, in denen du schneller atmest.
00:02:28: Nicht weil du ihr alles erzählt hast, sondern weil das System gelernt hat, worauf es achten muss.
00:02:34: Sie schlägt nichts Dramatisches vor, nur kleine Schritte.
00:02:38: Sie hilft dir einen Therapieplatz zu suchen, nicht irgendwann, sondern priorisiert.
00:02:43: Sie erklärt dir Unterschiede zwischen Therapieformen, übersetzt Arztbriefe, füllt Anträge vor.
00:02:49: Sie fragt nach, geduldig, ohne Druck.
00:02:52: Und trotzdem spürst du diese Beklemmung.
00:02:55: Wie viel von dir weiß dieses System eigentlich?
00:02:57: Und weiß es das nur über dich oder über Millionen andere auch?
00:03:01: Ist das noch Unterstützung?
00:03:03: Oder beginnt hier eine neue Form von Überwachung, getan als Fürsorge?
00:03:08: Kann eine KI trösten?
00:03:10: Oder kann sie nur richtig reagieren?
00:03:12: Kann sie Verantwortung tragen?
00:03:14: Gerade bei Menschen, die verletzlich sind?
00:03:17: Du sitzt am Küchentisch.
00:03:19: Der Kaffee ist kalt geworden.
00:03:21: Die Kinder sind auf dem Weg zur Schule.
00:03:23: Die Stimme wartet.
00:03:25: Nicht drängend, aber sie wartet.
00:03:28: Und zum ersten Mal seit langem hast du das Gefühl, dass jemand mitgeht.
00:03:32: Nicht alles abnimmt, aber ein Stück Last.
00:03:35: Vielleicht ist das die Zukunft der Therapie.
00:03:38: Nicht die Frage, ob Maschinen helfen können, sondern wer entscheidet, wann Hilfe genug ist und was wir bereit sind, preiszugeben, um sie zu bekommen.
00:03:48: Hier beginnt unsere Reise heute.
00:03:50: zwischen psychischer und physischer Therapie, zwischen systemischer Überforderung und technologischer Unterstützung, zwischen Hoffnung, Erschöpfung und der Frage, wie Therapie in Zukunft aussehen muss, damit sie wirklich für die Menschen da ist, die sie am dringendsten brauchen.
00:04:22: Ja, heute muss ich sagen, bin ich tatsächlich ganz froh, dass ich das Gedanke-Experiment mir schon vorher angehört habe und das heute nicht zum ersten Mal gehört habe, weil das geht dann doch schon ziemlich unter die Haut, wenn ich ehrlich bin.
00:04:33: Ja, total.
00:04:33: Also ich habe es schon vorher gelesen gehabt, tatsächlich aber noch nicht in dieser Vertonung.
00:04:38: Das fand ich schon noch einmal emotional triggend, um es vorsichtig zu sagen.
00:04:44: Und das verrückt es ja tatsächlich, dass das ein Thema ist, was einem ja, was man ja irgendwie mitbekommt.
00:04:50: Dass Leute tatsächlich sich fragen und man hört sich auch Nachrichten, ob KI jetzt in die Lösung ist für das zum Teil Unterversorgungsthema bei dem Thema Therapie.
00:05:00: Ja, definitiv.
00:05:01: Also es ist ein Thema, worüber ich auch selber jetzt schon sehr viel nachgedacht habe.
00:05:06: Und ich glaube, da gibt es natürlich technologisch, aber insbesondere auch gesellschaftlich, vieles zu diskutieren.
00:05:12: Und wir müssen uns wirklich die Frage stellen, wo wollen wir hin als Gesellschaft?
00:05:16: Was sind die Probleme, die existieren?
00:05:19: Und wie können wir diese Probleme angehen?
00:05:20: Und das werden wir heute natürlich nicht lösen können, aber wir möchten trotzdem heute darüber sprechen.
00:05:27: Wir heißen euch herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Auditime, Vision Technik Zukunft.
00:05:32: Heute tatsächlich die erste Folge im neuen Jahr, die wir wirklich im neuen Jahr aufnehmen.
00:05:37: Frohes neues Jahr, sag ich mal, auch wenn der Ausschrallungstermin vielleicht schon etwas, sag ich mal, im Januar hinein erfolgen wird.
00:05:44: Ich bin Tommy Falkowski, ich bin Neurodivergenz Obmann hier am Fraunhofer IEM und zusammen wie immer mit Roman Dumitrescu, der Professor dem die Doktoranden vertrauen.
00:05:55: Ja, auch frohes neues Jahr von meiner Seite und herzlich willkommen zu einer neuen Folge, zu einem doch spannenden und auch nicht ganz einfachen Thema.
00:06:02: und als Professor dem die Doktoranden vertrauen, so eine Promotionsbesprechung, das hat schon manchmal was Therapeutisches.
00:06:10: Aber ich will an der Stelle wirklich vorne weg sagen, wir sind keine Fachleute für irgendeine Therapie.
00:06:16: In welcher Form auch immer.
00:06:17: Wir können ja auch keine und bieten ja auch keine professionelle Beratung an.
00:06:22: Wenn jemand wirklich Hilfe braucht oder sich jetzt getriggert fühlt durch so ein Gedankexperiment, der sollte sich an die Telefonseelsorge und an professionelle Stellen wenden.
00:06:31: Wir werden auch hier im Show Notes entsprechend Verlinkungen machen.
00:06:34: Die sind rund um die Uhr erreichbar.
00:06:36: Das wollen und können wir hier gar nicht leisten.
00:06:39: Ja, auf jeden Fall.
00:06:41: Wobei ich dazu sagen muss, das Thema ist mir persönlich jetzt nicht fremd.
00:06:45: Habe ich im Leben schon genug Berührungspunkte damit gehabt, aber ich bin natürlich auch ganz und gar kein Fachmann.
00:06:52: Aber wir möchten uns dennoch anschauen, warum das Therapiesystem in Deutschland, Europa, weltweit laut einigen zumindest in einer Krise steckt, wie Technologien, wie KI helfen können.
00:07:05: da die Vorzüge sein können, aber auch die Nachteile, was die Risiken sein können.
00:07:09: Und ich glaube, zumindest die technologische Bewertung, die können wir doch heute ganz gut bewerkstelligen.
00:07:16: Ja, ich denke, wir werden viel über KI reden und welche Rolle KI dort spielen kann.
00:07:20: Ich tatsächlich jetzt die Jahreswende hinter uns, so die Zeit zwischen Weihnachten, Neujahrs auch.
00:07:25: Ich finde immer so die Zeit im Jahr, wo man am meisten mit sich selber und der Familie doch Zeit verbringen kann, umgestört.
00:07:32: Also ich kenne keine andere Zeit im Jahr, wo man wirklich mal keinerlei berufliche Anrufe oder auch E-Mails nichts kommt.
00:07:40: ganz schön, kann natürlich auch uns dann vielleicht dann ja Sorgen dann aufkommen.
00:07:45: Aber ich hab eine entspannte Zeit gehabt.
00:07:47: Ich weiß nicht, wie's dir war.
00:07:48: Du hast ja meinen Sohn noch auf der Weihnachtsfeier angesteckt, wieder mit dem Retro-Game.
00:07:52: Den musste ich erst mal im Super-NES zu Weihnachten kaufen.
00:07:56: Dann hat das Problem angefangen
00:07:57: ... Ein Original.
00:07:58: Ein
00:07:58: Original, den ich nie bekommen hab, oder ... das hab ich mir auch erzählt.
00:08:04: Dann hab ich den gekauft.
00:08:06: Dann hast du aber schnell bemerkt, die modernen Fernseher spielen nicht so gut
00:08:09: mit.
00:08:09: Ja, kacke, das hast du nicht gesagt.
00:08:10: Da darf ich noch mal genauso viel Geld ausgeben.
00:08:15: diese ganzen Systeme, die man zwischerschalten musste, um dieses Signal zu konvertieren.
00:08:20: Die sind auch nicht so frei verfügbar, aber das habe ich dann alles hinbekommen.
00:08:24: Läuft auch wirklich in der Top-Auflösung.
00:08:26: Da kann man sich richtig gut anschauen.
00:08:28: Und der schöne Beifekt meinen Sohn weiß jetzt, was ein FPGA ist.
00:08:32: Da
00:08:34: ist mir echt die Idee gekommen, wir müssten eine Retro-Gaming-Schulung machen, weil man so viele Themen dabei lernen kann.
00:08:39: Von Programmierung
00:08:40: bis hin zu der ganzen Hardware.
00:08:44: in der letzten Folge schon gesagt, dass ich ein Artikel plane zum Thema hier Bequemlichkeit, Convenience.
00:08:49: Ich habe auch einen Blog post in Planung tatsächlich über das Thema DVDs.
00:08:53: Also ich bin ja mit DVDs aufgewachsen und da habe ich tatsächlich als Kind schon extrem viel gelernt über Videosignale und alles, weil ich mich damals schon dafür interessiert habe.
00:09:02: Das heißt, ich habe den Vorteil, Ich bin ein bisschen damit aufgewachsen sozusagen, aber das ist halt ein Loch ohne Boden.
00:09:08: Also da kannst du natürlich komplett in Rabbit Hole abtauchen und das ist kein günstiges Hobby, aber ich glaube eigentlich ein ganz schönes.
00:09:14: Und du hattest, glaube ich, auch mal auch eine Studie gelesen.
00:09:17: Ganz super interessant.
00:09:18: Genau, dass jetzt die Brücke zu unserem Thema steht.
00:09:20: Tatsächlich habe ich eine Studie gelesen und ich wusste ja, ich muss mich immer so... positiv bestärken, wenn ich solche verrückten Aktionen mache und auch gegenüber meiner Frau dann argumentieren, warum ich jetzt hunderte von Euros aus gebe und vor allem auch viel Zeit wieder damit investiere, die ollen Kamellen zum Laufen zu bekommen.
00:09:35: Gott sei Dank, meine Frau, der diese Spiele auch gespielt, schon damals.
00:09:39: Deswegen gab es da eine gewisse Affinität dazu.
00:09:42: Aber tatsächlich habe ich eine Studie gefunden, das in neunzig Jahren, also was wir jetzt als Read to Gaming bezeichnen, diese Spiele tatsächlich gut für die psychische Entwicklung von Kindern war.
00:09:51: Das hat eine Psychologe in den Artikel kümmern.
00:09:55: weil sie gesagt hat, die neuen Spiele, die sind eigentlich so getrimmt, dass man die Kinder gar nicht mehr vom Spielen wegbekommt.
00:10:01: Also sie ... der nächste Meinstein kommt.
00:10:03: Du kannst immer speichern an jeder Stelle.
00:10:04: Das geht immer weiter.
00:10:05: Und die alten Spiele, die kamen ja mehr aus diesem Arcade, aus diesem Spielenhallen-System, wo du immer eine Münze nachwerfen musstest und das Spiel war schnell beendet dadurch.
00:10:13: Es hat ein extrem hohen Schwierigkeitsgrad.
00:10:15: Es trainiert immens die Frustationsschwelle, was unglaublich wertvoll ist gerade jetzt in der heutigen Zeit.
00:10:23: Beim Gaming gar keine Rolle mehr spielen, weil du kannst einfach ein Schwierigkeitsgrad so einstellen, du kannst cheaten, du kannst speichern in jeder, in jedem Moment.
00:10:29: Und das ist schon krass.
00:10:30: Und ich habe mal so ein paar Spiele wieder gespielt, da habe ich meine Frustrationsschwelle aber auch mal wieder kennengelernt.
00:10:35: Also das fand ich ganz, ganz spannend und das hat die ganze Sache dann, sag ich mal, positiv auch bestärkt.
00:10:40: Wobei man dazusagen muss, es gibt tatsächlich auch heutzutage einige Spiele, die das sehr gut machen.
00:10:43: Ich hatte ja schon zum Beispiel Dark Souls, die die Reihe erwähnt.
00:10:47: Passt auch sehr gut zu dem Thema, weil ich hab vor einem Jahr oder so mir auch ein Video dazu angeguckt, wo jemand berichtet hat, wie dieses Spiel ihm tatsächlich geholfen hat in einer Zeit der Depression.
00:10:57: Interessanterweise ist es auch ein Spiel, das hat einen super hohen Schwierigkeitsrat.
00:11:00: Du brauchst eine sehr krasse Frusttoleranz, hast aber ein sehr hohes Erfolgsgefühl, wenn du quasi diese Schwellen immer überwindest.
00:11:08: Und ich glaube, dass deshalb passt das schon ganz gut in das Thema.
00:11:11: Natürlich wollen wir jetzt keine Gaming-Folge heute daraus machen, sondern in die Zukunft der Therapie an sich schauen.
00:11:18: Aber ich glaube, das Thema Gaming kann da schon auch eine Rolle spielen.
00:11:22: Also, schnallt euch an.
00:11:23: Wir reisen heute in die Zukunft der menschlichen Psyche und der digitalen Seelsorge.
00:11:28: Ja.
00:11:29: Tommy, lass uns mal mit den harten Fakten anfangen.
00:11:31: Du hast ja ein bisschen recherchiert.
00:11:33: Wie sieht das denn aktuell aus mit der psychotherapeutischen Versorgung überhaupt in Deutschland?
00:11:37: Ja,
00:11:37: es ist durchwachsen.
00:11:39: Es gibt wirklich verschiedene Quellen tatsächlich.
00:11:42: Es gibt Quellen, die zeigen erschreckende Zahlen auf aus meiner Sicht.
00:11:46: Also zum Beispiel die Bundespsychotherapeutin kann man, die schätzt, dass in Deutschland etwa siebentausend Kassensitze für Psychotherapeutin fehlen, also Kassensitze.
00:11:53: Also wirklich Psychotherapeutin, die quasi über die gesetzliche Kasse dann auch versorgen dürfen.
00:11:59: Sieben Tausend ist aus meiner Sicht schon eine relativ hohe Zahl, wenn man überlegt, wie viele Patienten ein Therapeut natürlich betreuen kann.
00:12:07: Und die durchschnittliche Wartezeit auf einen Therapieplatz, muss ich sagen, ich habe es tatsächlich länger geschätzt, aber es ist trotzdem, glaube ich, keine niedrige Zahl, also zwanzig Wochen im Durchschnitt.
00:12:17: Im Durchschnitt muss man sagen, einige haben Glück, kommen schneller dran, aber natürlich gibt es auch Leute, die müssen dann deutlich länger noch warten.
00:12:22: Ja, zwanzig Wochen ... Es ist schon eine ganze Menge.
00:12:25: Ich hab aber auch aus dem Umfeld schon mal gehört, dass es mal deutlich länger dauern kann.
00:12:29: Vor allem, bis du dann auch die richtige Anlaufstelle hast.
00:12:33: Das ist ja auch nicht jeder Psychotherapeut oder die Psychotherapeutin die richtige, mit einer richtigen Spezialisierung, die rein kommen.
00:12:39: Also da hab ich zum Teil schon auch von längeren Leidens-Wartezeiten gefunden.
00:12:43: Und zum Teil dann auch Leute, die dann so verzweifelt sind, die dann tatsächlich dann das gar nicht mehr über die Krankenkasse dann abwickeln.
00:12:48: Ja, kenne ich auch.
00:12:49: Und das ist dann sehr, sehr teuer, ne?
00:12:51: Also,
00:12:52: eine
00:12:52: Monatfünfzig Euro pro Sitzung ist KS üblich beispielsweise.
00:12:56: Und das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen.
00:13:00: Die meisten Leute können sich das einfach nicht leisten.
00:13:01: Also wenn du überlegst, normalerweise machst du eine Sitzung pro Woche, wird empfohlen.
00:13:07: Dann bist du halt einfach sechshundert Euro im Monat einfach los.
00:13:10: für diese Sitzung.
00:13:11: Und das ist natürlich einfach der Wahnsinn.
00:13:13: Und was ich sagen muss, was ich nicht genau weiß, ist, ob diese zwanzig Wochen nur bis zur Erstberatung sind oder bist du wirklich einen richtigen festen Therapieplatz hast, das muss man ja auch nochmal unterscheiden.
00:13:24: Also es gibt die Erstberatung, wo man relativ schnell rankommen kann.
00:13:28: Aber dann wirst du ja erst mal weitervermittelt.
00:13:30: Dann wird ja erst mal eingeschätzt und häufig endet das dann im Ping-Pong-Spiel.
00:13:35: Und eine Sache, die man bei den Statistiken natürlich auch nicht rauslesen kann, ist, was das mit den einzelnen Menschen macht.
00:13:41: Also, bis du quasi das Erstgespräch hast, bis du diesen Therapieplatz bekommst, musst du ja... Einige Hürden überwinden muss erst mal wissen, woran wende ich mich überhaupt.
00:13:50: Und es ist auch nicht unüblich, dass du an verschiedene Stellen anrufst und weitergeleitet wird.
00:13:55: Wir sind nicht zuständig oder da müssen Sie da anrufen.
00:13:57: Und Menschen, die Hilfe benötigen, sind jetzt nicht nur notwendigerweise diejenigen, die sehr viel Lust darauf haben, sich durchzutelefonieren und ihr Leid vielen fremden Menschen zu klagen, bis ihnen geholfen wird.
00:14:09: Und ich glaube, das muss man immer beachten, wenn man auch auf diese reinen Zahlen guckt.
00:14:13: Ja, absolut.
00:14:14: Ist auch regional ein bisschen unterschiedlich, habe ich mal gehört.
00:14:16: Ich glaube, in ländlichen Regionen hat man es dann noch mal schwieriger als vielleicht in der Stadt, wobei ich kann es auch nicht einschätzen.
00:14:22: Also ich denke, da gibt es schon
00:14:23: verschiedene.
00:14:23: In Berlin war es viel kürzer.
00:14:24: Da scheint es, die Versorgung stand da etwas dichter zu sein.
00:14:28: Hätte ich jetzt auch nicht gedacht.
00:14:30: Ich hätte gedacht, Großstadt ist vielleicht eine Nachfrage auch irgendwie
00:14:33: höher.
00:14:34: Nicht weil ich sage, da brauchen mehr Menschen das, sondern... weil vielleicht auch einfach die Akzeptanz da grundsätzlich höher ist in einer urbanen Gesellschaft.
00:14:43: Auf dem Land kann ich mir vorstellen, es ist doch schon noch schwieriger.
00:14:47: sind aber natürlich jetzt nur so ein Bauchgefühl von...
00:14:50: Ja, aber gut, das glaube ich, das Stigma psychotherapeutische Behandel zu werden, das Stigma-Tat, das ist schon da.
00:14:56: Das würde ich immer noch sagen, dass das gesellschaftlich nicht so akzeptiert ist wie...
00:15:00: Ich
00:15:00: lasse mir jetzt keine Ahnung, sagen wir mal, einen physischen beziehenden...
00:15:04: Genau, ist vor allem, glaube ich, auch eine ganz krasse Generationsfrage, wenn ich jetzt daran denke, die Generation meiner Eltern.
00:15:10: Die würden das kategorisch ablehnen.
00:15:12: Also das ist sicherlich nicht nur Generationen im Sinne von Wandel geboren sind, sondern auch die Herkunft.
00:15:17: Also länderspezifisch wird das sehr unterschiedlich auch eingeschätzt.
00:15:23: Ja, wie sieht es denn in Europa aus?
00:15:24: Also in Europa steht Deutschland wohl nicht so schlecht da im Vergleich, was aber jetzt... sollte man jetzt nicht unbedingt feiern.
00:15:31: Nur weil man jetzt der Einäugige unter den Blinden ist, heißt es ja nicht, dass es gut ist.
00:15:35: Aber ich hab' ein Studio von von zwei tausend vierundzwanzig, neun von vierzehn Ländern, haben weniger als zwanzig Psychologen pro einhunderttausend Einwohner.
00:15:46: Und das ist unter dem empfohlenen Minimum.
00:15:48: Bulgarien, Lettland, Frankreich wird sogar teilweise nur psychiatrisch behandelt, also nicht psychotherapeutisch, sondern ... Psychiatrisch, das heißt primär über Medikation.
00:15:59: Und das wird dann in den Ländern auch nur von der Krankenkasse übernommen und die Verhaltenstherapie oder Gesprächstherapie gar nicht.
00:16:06: Ja,
00:16:07: da ist dann die Pille anstatt da drüber zu sehen.
00:16:09: Ersteckenderweise habe ich das Gefühl, dass das vor allem auch schon im Kindesalter schon anfängt.
00:16:13: Also kennt jetzt tatsächlich schon auch eigene Fälle aus dem schulischen Umfeld oder aus dem Grundschulumfeld von meinem Sohn, wo ich schon das mitbekommen habe, wo ich sage, mein Gott.
00:16:25: Da wird den Kindern, glaube ich, an der Stelle nicht ganz richtig geholfen.
00:16:28: Das ist halt die schnellste oder bequemste Lösung vielleicht.
00:16:32: Ja, es
00:16:33: ist ein schwieriges Thema.
00:16:34: Ich glaube, man muss ganz klar sagen, es ist nicht entweder oder.
00:16:39: Ich glaube, man muss das Spektrum sehen und sowohl Modikation als auch Therapie sind nachgewiesener Maßen, können zum Erfolg führen.
00:16:46: Und deshalb ist das... Das gehört auch ein bisschen zu diesem Stigma dazu, glaube ich, dass man sagt, okay Medikation auf keinen Fall, aber Therapie, ja, ist gut.
00:16:54: Sicherlich auch würde ich fast sagen, gerade in Deutschland, wo zumindest mein Bauchgefühl sagt, dass die Menschen Medikation gegenüber etwas skeptischer gegenüberstehen als vielleicht in anderen Ländern.
00:17:06: Aber am Ende des Tages geht es aus meiner Sicht darum.
00:17:09: dass den Menschen zugehört wird und geholfen wird.
00:17:12: Und wie den Menschen dann geholfen werden muss, das ist ja Einschätzungssache jeweils.
00:17:16: Und das muss quasi ein Facharzt übernehmen.
00:17:18: Und da können wir natürlich von außen schwer drüber urteilen.
00:17:22: Ich möchte halt nur dafür plädieren, dass man weder in die einen noch in die andere Richtung zu sehr ausschlagen sollte, sondern eher immer an dieses Thema rangehen sollte mit dem Ziel, jemand benötigt Hilfe.
00:17:35: Wie können wir es schaffen, dass diese Menschen geholfen wird?
00:17:37: Du hast ja auch den Mental Health Atlas von der WHO ja angeschaut.
00:17:41: Genau.
00:17:41: Und das ist schon eigentlich relativ krass, wenn man sich das auf der Zunge zergehen lässt.
00:17:46: Also laut dem Mental Health Atlas über eine Milliarde Menschen, eine Milliarde sagen wir mal, acht, fünf Milliarden Menschen auf dem Planeten, leben mit psychischen Erkrankungen, Depressionen, Angststörungen oder oder oder.
00:17:58: Es gibt natürlich dann eine ganze Spannweite.
00:18:01: Depression ist sicherlich eine der bekanntesten.
00:18:03: Natürlich nicht die einzige psychische Erkrankung.
00:18:08: Und das kostet die Weltwirtschaft eine Billion Dollar pro Jahr an verlorener Produktivität.
00:18:16: Billion mit B. Krass ist, wenn man sich den Durchschnitt anguckt, den Medien, der Gesundheitsausgaben für psychische Erkrankungen, dann liegt er bei zwei Prozent des Gesamtbudgets.
00:18:27: Und das hat sich seit dem Jahr zwei Tausendsehnten wohl nicht verändert.
00:18:30: Zwei Prozent ist natürlich nichts, wenn man sich mal über die Weite und die Schwere dieses Themas damit auseinandersetzt.
00:18:38: Das ist das ist das ist das ist das ist das ist das ist das ist das ist das ist das ist das ist das ist das ist das ist das ist das.
00:19:04: Wenn Leute dann länger alleine waren, zum Teil
00:19:07: auch wirklich
00:19:08: isolierter waren, das geht mir manchmal auch, wenn ich den ganzen Tag alleine so sitze oder so, dann kommt man ins Grübeln.
00:19:14: Und auch natürlich die Extremsituation.
00:19:16: Also die Polarisierung, die man gespürt hat in der Zeit.
00:19:19: Mir ist das tatsächlich in der Coronazeit passiert.
00:19:21: Ich musste irgendwann, bin ich von Twitter weggegangen, weil ich war ... Ich bin so in so eine Bubble reingerutscht.
00:19:26: Das hat mir gar nicht gut getan.
00:19:28: In so eine wirklich hardliner Corona-Bubble, wo die Leute sich gegenseitig aufgeschaukelt haben.
00:19:35: Was fährt denn kapabbel?
00:19:36: Das Gegenteil davon.
00:19:37: Das Gegenteil davon.
00:19:38: Und da muss ich sagen, das war ganz und gar nicht gut für meine Psyche in der Zeit.
00:19:43: Aber ich hab dann halt auch gesagt, okay, ich mach das Ding weg.
00:19:46: Und jetzt hab ich mir halt eine neue Bubble aufgebaut, die aber deutlich als deutlich positiver
00:19:51: ist.
00:19:51: Die Eibubble.
00:19:54: Genau.
00:19:56: Was ich auch krass finde, in Hoch-Einkommensländern werden wohl ... ... für psychische Gesundheit ausgegeben und in niedrig-einkommensländern vier Cent.
00:20:07: Ach krass, vier Cent, das ist ja ... ... eigentlich kein schlechter Wert, das ist eigentlich ... ... praktisch heißt der Nullversorgung.
00:20:13: Und da redet man ja nicht mehr über Effizienzunterschiede, da reden wir schon ... ... dass psychische Gesundheit dann in solchen Ländern ... als etwas, nicht als etwas gilt, was geschützt werden muss oder gepflegt werden muss.
00:20:25: Und das sind schon gesellschaftliche Fragen.
00:20:27: Ob man dann einfach sagt, ist das ein, wie wir es gesagt haben, die sollen sich mal nicht so anstellen.
00:20:33: Das ist praktisch Einbildung.
00:20:35: Die haben doch alles, sind doch glücklich im weizen Sinne.
00:20:38: Das ist ja für Außenstehende manchmal gar nicht nachzuvollziehen.
00:20:42: Gestern, tatsächlich gestern ein Artikel gesehen war.
00:20:43: Gestern war der Geburtstag vom Sebastian Deisler.
00:20:47: Ich weiß, ob du Sebastian Deisler, du bist ja kein Sportler.
00:20:49: Das war ein ganz besuchter Fußballer beim FC Bayern.
00:20:52: vor zwanzig Jahren oder so was, also schon Jahre her und er hat dann mit sieben und zwanzig seine Karriere beendet, weil er gesagt, weil er sagt, er hat Depressionen, er kommt nicht hin, der war ein Top-Fußballer, war eigentlich die Hoffnung des deutschen Fußballs und da konnte ihn wirklich der ganze FC Bayern von Uli Hoeneß nicht mehr überzeugen, der ist dann zugetreten, völlig aus der Öffentlichkeit raus und habe ich wieder ein Artikel gesehen, man weiß auch nicht mehr viel über ihn danach, aber der hat dann wirklich einen Schlusssicht gezogen, weil er gesagt hat, er kann nicht und hat auf einem besten Fußballeralter mit sieben und zwanzig dann gesagt, ich muss aufhören.
00:21:21: Und das zeigt schon, dass das ein Thema ist, was echt jeden treffen kann.
00:21:27: Ja, und ich glaube, das ist ganz auch ganz wichtig zu verstehen.
00:21:30: Also sowas wie Geld oder Berühmtheit, das schützt niemanden.
00:21:35: Also natürlich sind das Faktoren jetzt zu helfen, dass dir schneller geholfen werden kann.
00:21:39: Es ist aber kein Muss, wenn wir uns einfach angucken, wie viele Leute an verschiedenen Erkrankungen dann zugrunde gegangen sind.
00:21:48: Mir fallen da halt ein paar Leute ein, wie zum Beispiel Robin Williams, wo man schon sagen muss, das ist echt bitter mitzusehen.
00:21:57: Und gerade auch im Musikbereich.
00:21:58: natürlich spielen da vor allem dann auch Drogen häufig eine Rolle, aber auch da gibt es einen starken Zusammenhang.
00:22:05: eine Affinität haben, der Sucht zu verfallen, leiden, teilweise auch unter psychischen Erkrankungen und den hätte geholfen werden können diesen Menschen.
00:22:18: Das ganz bitter darüber nachzudenken.
00:22:20: und wenn wir uns das angucken global gesehen, also laut dieses Berichts von der WHO, sieben Prozent der Menschen weltweit mit psychischen Erkrankungen oder Suchtproblemen bekommen.
00:22:30: eine Behandlung weltweit.
00:22:32: Bei Depressionen sind das neun Prozent.
00:22:34: Das muss man sich mal überlegen.
00:22:35: Über neunzig Prozent der Leute bleiben unbehandelt oder behandeln sich auf andere Artenweise.
00:22:45: Die Zahlen gehen mir auf alle Fälle ein zum Denken und da kriegt man schon ein ungutes Gefühl, weil man weiß, das ist ein Großteil der Leute, die erkranken und man natürlich selber auch nie hofft, an sowas zu erkranken.
00:22:56: Sagen wir jetzt ja auch festgestellt, dass es jeden irgendwie doch treffen kann, dass man da eigentlich keine Hilfe bekommt.
00:23:01: Und dann ist es ja auch noch vom sozialen Milieu schon auch noch abhängig, ob man es schafft, dass ein privates soziales Umfeld da ist, was einem hilft.
00:23:11: Ich habe mal ein Bericht gesehen in den USA von Obdachlosen, die psychisch krank sind.
00:23:16: Also die sind ja praktisch sowieso schon Obdachlose in den USA.
00:23:19: Das ist ja schon durch so komplette soziale Raster komplett durchgerauscht.
00:23:23: Und die da psychisch krank wären, die sind praktisch da sind.
00:23:26: Die haben ja hauptsächlich Kontakt mit Polizei, weil sie auffällig sind, kommt aber niemals zu irgendeinem Arzt oder ins Gesundheitssystem rein.
00:23:33: Sie sind völlig im Stich gelassen.
00:23:35: Das fand ich eine ganz üble, schon Jahre her, eine ganz üble Reportage, die das Schrecken gesagt hat, wie wichtig dann das soziale, private, aber auch, dass es überhaupt ein soziales Netz gibt.
00:23:47: Jetzt würde ich mal sagen, USA ist es deutlich weniger engmaschig, als es jetzt zumindest noch in Deutschland ist.
00:23:51: Also wir wollen ja hier in Deutschland nicht mal alles schlechtreden, gerade das soziale Netz.
00:23:56: Hier wird momentan politisch stark in Frage gestellt, wie viel wollen wir uns erlauben.
00:23:59: Aber die Konsequenz ist, dass Leute, die gerade hilfswürftig sind, dann durchs Raster fallen werden, wenn sie nicht links und rechts jemand haben, der sie begleiten kann.
00:24:08: Und diese Fälle muss man ja auch berücksichtigen.
00:24:10: Das ist ja auch eine gesellschaftliche Frage.
00:24:11: Das muss man immer berücksichtigen.
00:24:12: Für mich hängt das auch eins zu eins zusammen mit dem Thema Innovation beispielsweise.
00:24:16: Also ich kann mir nicht vorstellen.
00:24:18: eine Gesellschaft, die Innovation vorantreiben will.
00:24:20: Die kann doch nicht so was links liegen lassen.
00:24:22: Also du kannst doch nicht auf dem Rücken der Gesellschaft, der Menschen sozusagen sagen, okay, wir wollen unser Bruttoinlandsprodukt erhöhen beispielsweise, aber wir gehen sozusagen über Leichen.
00:24:32: Das finde ich, das passt nicht zusammen, links und rechts sich zusammen.
00:24:36: Eine moderne, innovationsfokussierte Gesellschaft sollte solche Themen genauso angehen wie reine technologischen Themen aus meiner Sicht.
00:24:45: Aber warum sind wir dann in Deutschland unterversorgt?
00:24:47: Ich meine, die Frage muss man sich erstellen.
00:24:48: Wir haben ja ein grundsätzlich gut versorgtes soziales Netz, eigentlich auch ein Gesundheitssystem, was nicht nur teuer ist, sondern im Prinzip ja auch viele Leistungen umfasst.
00:24:59: Was hast du, was ist deine Vermutung, was du glaubst, weil wir uns in Deutschland trotzdem eine gewisse Unterversorgung gibt?
00:25:04: Ja, das ist, wie ich schon gesagt habe, das ist natürlich nicht so, dass alle sagen, dass das so ist.
00:25:09: Einige Quellen sagen, die Wartezeiten sind gar nicht so lange, wie immer das geredet wird.
00:25:13: Aber es gibt schon Schwachstellen.
00:25:14: Also es gibt natürlich Gründe, warum das Ganze problematisch ist.
00:25:19: Also Fachkräftemangel vorneweg natürlich, also wenn du keine... ausgebildeten Fachkräfte hast, die diese Arbeit erledigen können, dann kannst du auch nicht großartig aufstocken.
00:25:29: Wobei, wenn du dann die Anschaus, sieben tausend fehlende Kassensitze, dann wäre die Frage, okay, gibt es denn Psychotherapeutin, die eigentlich einen Kassensitz nehmen würden, wenn sie den bekämen?
00:25:41: Weil das ist für mich eine Frage, die kann man ja dann relativ einfach klären.
00:25:45: Die WHO sagt hier zum Beispiel, dass der globale Median bei nur dreizehn psychischen Gesundheitsfachkräften pro hunderttausend Menschen liegt, weltweit.
00:25:53: Also da sieht man einfach schon.
00:25:54: Zumindest weltweit Fachkräftemangel.
00:25:56: In Deutschland sind die Zahlen natürlich dann etwas anders aufgestellt, aber auch hier, glaube ich, ist tatsächlich Fachkräftemangel mit da.
00:26:02: Ein anderer Faktor ist natürlich die Nachfrage.
00:26:05: Das kann man auch nicht wegreden.
00:26:07: Die Nachfrage ist gestiegen.
00:26:08: Insbesondere, wie du schon erwähnt hast, mit Aufkommen der Corona-Pandemie ist einfach die Nachfrage enorm gestiegen.
00:26:15: Und das Zusammenfachkräftewangel, Nachfrage, die steigt, gleichzeitig immer noch ein großes Stigma-Tat.
00:26:22: Das heißt, es ist auch nichts, worüber die Menschen sehr offen reden.
00:26:25: Das heißt, teilweise verkompliziert sich dadurch, dass das alles im Geheimen erfolgen muss.
00:26:31: Ich glaube, es ist einfach ein sehr komplexes Problem.
00:26:33: Es gibt nicht die eine Ursache.
00:26:35: Deshalb wird es auch nicht die eine Lösung geben, aber es ist dennoch ein Problem, das angegangen werden muss.
00:26:40: Du hattest ja auch angesprochen, die Kastensitze, die Kastenzulassungen.
00:26:45: Das sind wir schon, glaube ich, auch noch bei so veraltenden Strukturen.
00:26:47: Ich habe mal gelesen, dass die Bedarfsplanung, also von Also was die psychotherapeutischen Bedürfnisse angeht oder die Menge und das Mengegerüst, das passt natürlich vorne und hinten nicht
00:26:59: mehr.
00:26:59: Wenn man sich allein anguckt, wie viele, also was in der Zeit an neuen Erkenntnissen gewonnen wurde, was für Studien durchgeführt wurden, das ist schon erschreckend, dass dann halt mit solchen Zahlen geplant wird.
00:27:09: Ich habe auch mal, also mich mal vor Jahren mit dem Thema beschäftigt, jetzt hoffe ich, könnt ihr gerne in den Kommentaren mich auch korrigieren, wenn ich da falsch liege, aber ich habe mich mal mit dem Thema beschäftigt, weil mich das schon interessiert hat, warum wir eigentlich in unserer Gesellschaft das nicht organisiert bekommen.
00:27:25: Ich glaube, es stellt keiner ein Frage.
00:27:27: Und trotz aller Stiegmartei oder so würde ich immer noch sagen, also das ist schon eine ernst zunehmende, auch gesellschaftlich akzeptierte Krankheit in Deutschland.
00:27:35: Und jetzt will ich auch nicht zu tief in die Organisation der Krankenversorgung in Deutschland einsteigen.
00:27:38: Das haben wir ja auch schon mal gemacht in einer Folge.
00:27:41: Faktisch ist das ja eigentlich ein löstbares Problem, denn wir reden ja hier jetzt nicht von irgendwelchen Naturgesetzen oder sowas, die irgendwie neu zu verstehen sind, sondern es gibt auch nicht eigentlich nicht fehlende Fachkräfte, das habe ich auch mal gelesen, es gibt genug Leute, Therapeute und Therapeuten, die auch das machen, die das auch gerne machen.
00:27:59: würden, sondern wir reden da praktischen Strukturen.
00:28:01: Und da bin ich damals auf den, das kannte das gar nicht, weil ich da gar nicht so tief drin war über den gemeinsamen Bundesausschuss, GBA, ich weiß von dem schon mal gehört das, der gemeinsame Bundesausschuss.
00:28:10: Jetzt pass auf, das hat mich total schockiert, das ist das Gremium, das im Kern darüber entscheidet, was die gesetzliche Krankenversicherung bezahlt, also über die zu bezahlenden Leistungen.
00:28:21: Das ist ja auch momentan wieder ein aktuell großes Thema, weil wir ja hier... Geld einsparen müssen in Deutschland gerade, als ist das im Prinzip der Ausschuss, der letztlich sagt, für welche Krankenversorgung wird gezahlt und für welche eben nicht.
00:28:34: Und dort muss offensichtlich das Thema Psychotherapie ein zu geringen Stellenwert haben.
00:28:39: Und das finde ich spannend, weil es auch ein bisschen unbequem ist, weil man sich natürlich fragt, okay, wer ist eigentlich dieser gemeinsamen Bundesausschuss?
00:28:46: Gemeinsam, wir müssen alle da sitzen.
00:28:47: So, und das sitzen auch alle drin.
00:28:49: Also sitzen Vertreter der Krankenkassen, der Ärzteschaft, der Krankenhäuser.
00:28:53: Da sitzen auch Patientenvertreter, die allerdings ohne Stimmen richten.
00:28:56: Also das heißt, im Prinzip, die Stimmen haben nur diejenigen, die eigentlich die Versorgung leisten.
00:29:02: Was jetzt nicht, also da will ich jetzt auch kein mit irgendwie was Böses unterstellen.
00:29:06: Aber die Patientinnen und Patienten, die eigentlich die Kunden sind, die auch das System eigentlich bezahlen.
00:29:11: Das darf man ja auch nicht vergessen.
00:29:13: Wir zahlen ja ein und wir wollen eine Leistung.
00:29:17: Wir dürfen natürlich damit reden und werden das sicherlich auch gehört, aber wir dürfen nicht entscheiden.
00:29:23: Da fragt man sich schon, warum die psychische Gesundheit dann im System so oft nachgelagert und praktisch schon so wie so ein Luxus zum Teil da steht.
00:29:32: Und da muss man glaube ich verstehen, dass die Psychotherapie, glaube ich, in so einem bürokratischen System, wie jetzt dieser gemeinsamen Bundesausschuss, da muss was festgelegt werden in Leistung, dass das natürlich auch schwer zu standardisieren ist, weil es ja super individuell zum Teil ist.
00:29:47: Und ich glaube, da ist es schon schwierig standardisierte... klare, erfolgsversprechende Kriterien zu finden.
00:29:56: bei einer Behandlung, die du nicht weißt, wann hört sie überhaupt auf, wann zeigt sie Erfolg, wann nicht, wie misst man das?
00:30:04: Und dann ist es, glaube ich, schon so und da will ich schon allen was unterstellen.
00:30:07: Dann kann man da wahrscheinlich... erstmal einsparen und dann abwarten, wie sich es weiterentwickelt.
00:30:13: Und das, glaube ich, ist aus ökonomischer Sicht zwar ein gutes, gut geeignete Leistung, um sie klein zu halten.
00:30:18: Auf dem ersten Blick, oder hast du ja schon gesagt, was dann die langfristigen ökonomischen Folgen sind, ist natürlich eine ganz andere Geschichte.
00:30:23: und ob wir gesellschaftlich uns... eine kranke Gesellschaft, was ja letztlich ist, wenn neunzig Prozent der Krankenunterher nicht versorgt werden.
00:30:30: In Deutschland denke ich, die Zahl deutlich geringer ist als jetzt weltweit.
00:30:34: Aber trotzdem ist es ne wesentliche Zahl und das finde ich schon krass.
00:30:39: Und man könnte doch zumindest mal ne aktuelle Bedarfsplanung machen und sie auch mit anderen Durchschnittswerten mal kalkulieren.
00:30:45: Also ich glaube, da könnte man mehr machen, als bisher getan wird.
00:30:48: Und dann hätte man vielleicht von sieben tausend... Fehlenden, die wahrscheinlich auch jetzt eher von der Seite der therapeutischen Seite kalkiert wird.
00:30:55: Aber wenn es erst mal mit einer gewissen Zeit ein Gegenkommen würde, das würde ja schon helfen.
00:30:59: Aber da ist echt wenig Bewegung drin.
00:31:01: Also es gibt eine Sache, die mich da richtig abfakt bei dem ganzen Thema.
00:31:04: Ich habe gestern extra auch noch mal nachgeguckt, weil ich wusste nicht, ob es noch aktuell ist.
00:31:09: Aber viele Krankenkasten bezahlen tatsächlich immer noch.
00:31:13: Im einundzwanzigsten Jahrhundert bezahlen die noch Homopathische Mittel.
00:31:17: Also die nachgewiesenermaßen nicht über den Placeboeffekt hinauswirken.
00:31:21: Dafür werden teilweise Zahlen, ich glaube es waren, ein Hundertsechzig Euro im Monat oder im Quartal, die dafür aufgewendet werden.
00:31:29: Aber jetzt mal, die Zahl ist gar nicht so wichtig, sondern was ich wichtig finde ist, dass es überhaupt viele Krankenkassen machen, immer noch.
00:31:35: Und das ist natürlich dieser Bundesausschuss, der dann offensichtlich das mitentscheidt.
00:31:38: Warum streichen wir das nicht sofort und investieren genau das Geld in Psychotherapie?
00:31:44: Da kriege ich das kotzen, wenn ich da nachdenke.
00:31:45: Ja,
00:31:46: absolut.
00:31:46: Also, wenn man da aus der Wissenschaft kommt und sich das mal... Ich würde mich immer interessieren, wie groß, vielleicht wissen, dass einige Zuhörer zuhörer werden, wenn sie auch mal recherchieren, wie groß die Kosten sind für Homoparty.
00:31:58: Und wenn man das sparen würde, weniger Globalis.
00:32:00: Was dir damit verdient?
00:32:01: Du hast da kein Verständnis für...
00:32:05: Du verringerst die Dosis und da wird es wirklich ganz teuer verkaufen.
00:32:08: Es ist
00:32:08: halt nicht mehr messbar, was da drin ist.
00:32:10: Das ist ja absurd.
00:32:11: Ja,
00:32:11: ja, das ist schon wirklich so.
00:32:12: Also da gibt es, glaube ich, wesentliche Punkte.
00:32:15: Ich
00:32:15: hoffe, ihr habt von uns jetzt nichts anderes erwartet.
00:32:17: Wir sind immer noch Wissenschaftler.
00:32:19: nicht irgendwelche Esoterik Sachen verhöhren kann.
00:32:23: Und
00:32:23: ja, in der Verzweiflung nimmt den einmal irgendwelche Globalis.
00:32:26: Ich weiß es nicht, aber es ist einfach so, dass das natürlich ein schwieriges Thema ist.
00:32:31: Und jetzt wollen wir auch nicht über die, hat ja gesagt, nicht über die Gesundheitsstrukturen im Summe sprechen sollen.
00:32:36: Erst mal wollen wir mal auf das Thema Digitalisierung.
00:32:38: Das könnte ja eine Hilfe sein.
00:32:40: Oder wie weit kann Digitalisierung und Kainer Hilfe sein?
00:32:42: Und das finde ich ganz interessant.
00:32:44: Da ist Deutschland tatsächlich mal ausnahmsweise Mitvorreiter bei den sogenannten DIGAS.
00:32:49: Das sind die digitalen Gesundheitsanwendungen.
00:32:52: Und die gibt es seit Jahrzehnteinzehnten.
00:32:54: Das sind sozusagen Apps, die der Arzt verschreiben kann und die dann die Menschen unterstützen sollen bei verschiedenen.
00:33:01: Problem.
00:33:02: Klingt jetzt erstmal so semi-cool, erinnert mich dann auch wieder ein bisschen an so etwas wie die Corona-Wahnepp oder so, wo wir alle wissen, dass das jetzt nicht so mega gut investiert war, das Geld, also in der Umsetzung, nicht in der Sache, sondern in der Umsetzung, aber zumindest die Studien sagen erst mal, dass das gar nicht so schlecht sein soll.
00:33:20: Ja, ich kenne das tatsächlich von meinem Sohn aus der Physiotherapie.
00:33:25: Also wo man dann praktisch Übungen zu Hause damit er noch mal nachmachen kann und da geht es vom Muskulatur-Training und dass er auch so ein bisschen steuern kann, da ist jetzt noch nicht großartig KI oder dergleichen, würde ich zumindest jetzt sagen, sichtlich drinnen, aber es ist schon wie so, also man, das kriegt es dann wirklich.
00:33:43: Per Rezept, das kriegst du dann freigeschaltet.
00:33:46: Und dann kannst du das im Prinzip dann da nutzen.
00:33:48: Das ist schon ganz cool.
00:33:49: Auch für eine gewisse Zeit dann natürlich nur.
00:33:51: Ja, ich hatte das auch tatsächlich schon vor einigen Jahren sogar schon gelesen.
00:33:59: Eine Statistik, die ist jetzt schon etwas älter, bis September, im Jahr zwölf und dreinzwanzig, wurden über dreihundert, äh, seventy-viertausend Digarezepte eingelöst.
00:34:06: Das wird schon verschrieben und wird dann wahrscheinlich auch genutzt.
00:34:10: Und die Frage ist halt, bringt das was?
00:34:13: Ja, das ist aber schon mal für dich ein Anfang.
00:34:15: Also auch wenn das jetzt vielleicht noch nicht wirkliche KI oder intelligente Anwendungen sind, wahrscheinlich mehr so eine Art Selbsthilfeunterstützung oder eben eine Unterstützung zwischen Therapiestunden.
00:34:27: Jetzt, wie gesagt, kann ich mir das tatsächlich schon vorstellen.
00:34:31: Jetzt bei so körperlichen Übungen macht das total viel Sinn, weil du halt dann nochmal das nachgucken kannst und so was.
00:34:35: Wobei ich mir da die Frage stelle, also... Wie viele dieser Apps gibt es, wie viele dieser Apps muss es geben, kann es nicht eine zentrale Plattform sein, die diese Hinweise jetzt gerade bei Übungen bereitstellt.
00:34:45: Also technisch gesehen bin ich da immer sehr skeptisch auch in Deutschland mit dem Föderalismus.
00:34:50: Glaube ich, dass es dann sehr viele Anbieter gibt, die natürlich dann profitieren von einer solchen Situation.
00:34:55: Aber ich weiß nicht, ob es dann wirklich so ... ob man das nicht etwas schlanker regeln kann.
00:35:01: In der Sache ist es, glaube ich, kein schlechter Ansatz.
00:35:03: Vor allem, wenn man das auch auf dem Stand der Technik hält.
00:35:07: Wenn man jetzt guckt, es gibt zunehmend Systeme, die auch pennatürlicher Sprache sehr gut interagieren können, schaffen wir es, diese Systeme da hinzukriegen, dass die wirklich gut unterstützen können, dass das irgendwo auch abgesichert ist, dass wir Mechanismen einbauen, die schützen, wenn irgendwo jemand Hinweise oder Signale gibt, dass etwas gar nicht in Ordnung ist beispielsweise.
00:35:26: Ja, es gibt ja auch außerhalb von, sag ich mal, verschreibungspflichtigen Apps.
00:35:29: Es gibt ja unzählige.
00:35:31: Wie sind da mehr solche Apps im Mindphone und wie sie alle heißen?
00:35:34: Also, der Bedarf scheint schon da zu sein.
00:35:36: Sonst würde es diese Apps ja nicht geben.
00:35:37: Ja, und da wird es jetzt, finde ich, schon spannend, ne?
00:35:39: Weil jetzt, nämlich diesen regulierten, sag ich jetzt mal, DIGAS, gibt es natürlich schon genau diese neue Generation von KI-Chatbots.
00:35:46: Also, wo im Prinzip jetzt von ChatGPT bis hin auch spezialisierten KI-Lösungen.
00:35:51: KI-Systeme sind es gerade in der ... Psychotherapie, der psychischen Gesundheit nutzen zu stiften können.
00:35:59: Ich hab mal ein Ted Talk gesehen von Alison Darcy heißt sie, glaub ich.
00:36:03: Dr.
00:36:03: Alison Darcy, die hat Robot gegründet, schon eigentlich vor diesem ganzen großen KI-Hype, aber jetzt natürlich ist sie halt Big Star dadurch geworden, weil die jetzt immer weiter integrieren.
00:36:11: Das fand ich aber schon ganz spannend, die selber eher vom Fach ist und die das entwickelt hat, weil sie einfach gesagt hat, das ist eine gute... Also sie ist natürlich davon überzeugt, aber sie sagt auch, das ersetzt jetzt nicht den Menschen als Therapeuten.
00:36:25: Aber es kann an vielen Stellen einfach unglaublich verfügbarkeit, unglaublich viel Nutzen stiften.
00:36:31: Und das fand ich schon ganz spannend.
00:36:34: Ich hab's tatsächlich nicht geschafft, irgendeines von diesen Systemen, da gibt's ja mehrere, auszuprobieren.
00:36:38: Bei manchen konnte man auch gar nicht das runterladen.
00:36:40: Ich weiß nicht, ob es jetzt nur in den USA zugänglich war oder bei Robot hab ich das auch so verstanden, dass das da muss eine Company oder eine Organisation, da irgendwie Kooperationspartner sein und darüber kann man dann zu... Zugriff haben, aber im Prinzip ist das, also ich fand das, was ich jetzt in den Demos gesehen habe, da sah es jetzt auch nicht viel anders aus als jetzt JGPT, was jetzt ein bisschen stärker natürlich auf diesen Fokus fokussiert und vielleicht ein paar mehr Sicherheitsmechanismen drin hat.
00:37:02: Ja, diese, diese Liga ist zum Beispiel in Deutschland, da brauchst du halt das Rezept, sonst kommst du da ja gar nicht dran, was ich auch irgendwo, ich weiß nicht, ob ich das so gut finde, ich weiß nicht, ob man nicht eher in Ansatz fahren würde, wo man sagt okay, wenn man Man schaut, dass man das den Leuten schnell zur Verfügung stellt ohne Hürden, ohne dass du da einen Rezept bekommst.
00:37:22: Das muss ich sagen, sehe ich insgesamt zunehmend kritischer.
00:37:27: Ich würde das als Gatekeeping bezeichnen.
00:37:30: Nicht nur im medizinischen, aber gerade im medizinischen Bereich ist es schon so, dass ich zunehmend das Gefühl habe, dass sich Berufsgruppen ... Natürlich auch schützen und sagen du musst zu mir kommen ich kann muss ihr das verschreiben und erst dann bekommst du zum Beispiel bestimmte Medikamente wo ich denke wir könnten als Gesellschaft.
00:37:48: Etwas liberaler sein würden das Gesundheitssystem dadurch auch entlasten und.
00:37:53: Könnte vielleicht Zugriff auf zumindest wenig schädliche aber aktuell noch verschreibungspflichtige Medikamente bekommen ist sicherlich ein.
00:37:59: ein sehr streitwürdiges Thema.
00:38:02: Aber ich hab zumindest in letzter Zeit oft gemerkt, gerade wenn's jetzt um so was wie Binderhautentzündung oder so ging bei meinen Kindern, das dann Pinkpunkt zu Hause und wo ich mir denke, okay, jetzt muss ich wieder zum Arzt gehen, jetzt muss ich da in diese Notfall-Sprechstunde mit allen kranken Kindern hingehen, damit ich wieder die Augentropfen verschrieben bekomme, wo ich mich dann sehr entmündigt fühle als mündiger Bürger.
00:38:21: Aber das System hab ich das Gefühl, es halt zugeschnitten auf die, sag ich mal ... Es wurde davon ausgegangen, dass die Menschen am wenigsten selber entscheiden können und keinerlei Fähigkeit haben, Dinge selber zu bewerten und einzuschätzen.
00:38:36: Das passt eigentlich nicht zu einer liberalen Gesellschaft, aber ich verstehe schon, dass das grundsätzlich ein sehr schreitbares Thema ist.
00:38:43: Ja,
00:38:43: also wahrscheinlich, da gibt es sicherlich bei diesem Gatekeeping, das wird jetzt eher mehr als weniger durch die aktuellen Planungen sehen, aus dem Kostengrund.
00:38:51: Aber ich bin bei dir, also ich glaube schon, man möchte, wenn man jetzt inhaltlich... verteidigen möchte, glaube ich, geht es schon darum, dass die Leute nicht anfangen, Selbstdiagnosen zu stellen und nicht in Therapien oder was auch immer zu machen.
00:39:03: Und das ist ja dann wuscht, ob es ein Medikament ist oder ob es jetzt ein KI-System ist, was dich hier irgendwas coacht, wo du gar keinen Bedarf dafür hast, weil du ganz andere Diagnose eigentlich brauchst.
00:39:11: Und ich glaube, das ist auch mal ein Punkt, wo ich mir vorstellen könnte, dass KI-Systeme gut einsetzbar sind, ab dem Zeitpunkt einer klar gesicherten Diagnose.
00:39:19: Aber ich glaube, die Diagnosenerstellung, dass das schon noch mal ein Punkt ist, wo es... der wahrscheinlich im Bottleneck durch Menschen sein müsste.
00:39:29: Aber
00:39:30: dieses Geldkippen kann nur dann funktionieren und sinnvoll sein, wenn du auch schnell an diese Diagnose kommst.
00:39:36: Wenn du
00:39:37: nicht
00:39:37: einfach an diese Diagnose kommst, dann ist es einfach gefühlt eine krasse Hürde, die dir im Weg steht.
00:39:41: Und ich finde, da gehe ich komplett mit.
00:39:44: Also wir haben ja schon zum Beispiel das Ehrezept auf die Krankenkassenkarte, wo ich sagen muss, super Konzept.
00:39:50: Aber wenn du dir anguckst, wie manche Ärzte das umsetzen, es gibt Ärzte, die setzen sich am Abend hin, am Abend.
00:39:56: Du bist da gewesen, hast dir dein Rezept theoretisch abgeholt und der setzt dich abends erst hin und schickt dir das auf die Karte.
00:40:03: Das heißt, du kommst später an dein Medikament als früher mit diesem Zettel.
00:40:07: Das ist der Wahnsinn.
00:40:09: Du hast eine technische Einrichtung, die eigentlich dafür sorgt, dass du ... deutlich reibungsloser und schneller an deine Sachen kommen soll.
00:40:14: Und dann gibt's einfach Ärzte, die sagen, ich mach das über Stapelverarbeitung am Abend.
00:40:17: Ich hab keinen Bock, das sofort zu machen.
00:40:19: Ich weiß nicht, ob das überhaupt zulässig ist bei vielen Fällen, keine Ahnung.
00:40:24: Ich bin auch,
00:40:25: wie gesagt, kein Fachmann.
00:40:26: Von daher rede ich natürlich jetzt viel aus dem Bauch heraus.
00:40:29: Aber das sind zumindest Erfahrungen, die ich schon gemacht habe und wo ich wirklich dann immer sehr, sehr frustriert bin.
00:40:33: Ja, aber wenn man die Systeme, die KI-Systeme nutzen könnte, um ... Therapeuten, Therapeuten zu entlasten.
00:40:40: Bei Tätigkeiten, wo man sagt, da kann man dieses System ja sicher und gut einsetzen.
00:40:43: Dann können wir mal sprechen, wie gut sie überhaupt momentan sind.
00:40:46: Und dann wiederum mehr Fokus oder mehr Zeit, Budget, dann letztlich hat für die Diagnose, für die kritischen Fragestellungen, um überhaupt mal die Leitplanken auch zu setzen für so eine KI-basierte Therapie.
00:40:59: Ich nenn's jetzt mal so, ein Begriff gibt's wahrscheinlich noch gar nicht.
00:41:02: dann wäre das natürlich sinnvoll.
00:41:03: Und das ist, glaube ich, immer die große Kritik, die ich ja auch mal sehe, gerade beim Gesundheitssystem, das greift halt viel zu spät und viel zu schlecht dann ineinander, obwohl alle wollen und alle auch könnten, fehlt da manchmal eine Orchesterierung.
00:41:13: Aber die Frage, die sich mir jetzt erst mal stellt, du hast ja, glaube ich, noch ein bisschen mehr angeschaut, wie gut sind eigentlich jetzt so KI-basierte Therapeutinnen überhaupt?
00:41:22: Ja.
00:41:23: Das Schwierige daran ist, muss man dazu sagen, dass die Studien, die wir jetzt natürlich vorliegen haben, die sind von... Meistens in den letzten Jahren.
00:41:31: Und ich muss sagen, das muss man immer mit berücksichtigen, weil die Systeme haben sich seitdem tatsächlich krass weiterentwickelt.
00:41:39: Und ich kann jedem Menschen nur raten.
00:41:41: Jeder, der vielleicht letztes Jahr dieses Thema ausprobiert hat und gesagt hat, nee, die bringen mir nichts.
00:41:48: Bitte probiert die noch mal aus, weil es ist echt ... Also, hat man jetzt auch über die Weihnachtszeit gemerkt und in den sozialen Medien selbst Leute, die sehr, sehr skeptisch waren über lange Zeit.
00:41:58: Die haben sich dann jetzt mal hingesetzt, weil sie Zeit hatten, haben dann die neuesten Systeme, insbesondere die Codingagenten ausprobiert, die heißen Codingagenten, aber im Prinzip sind das Systeme, die können komplett deinen Computer bedienen und Dinge tun auf deinem Computer.
00:42:10: Und wenn du das dann einmal erlebst, was möglich ist mit diesem System.
00:42:15: dann haut dich das schnell aus den Socken, wenn du nicht so wie wir quasi das Tag täglich ein- und ausatmest.
00:42:22: Und da gibt es natürlich dann unterschiedliche Aussagen zu den Studien.
00:42:26: Also es gibt zum Beispiel New England Journal of Medicine, da gab es eine Studie und da ging es um große Sprachmodelle.
00:42:40: Wie die jetzt als KI-Chatbots funktionieren können.
00:42:42: Und das ist halt durchwachsen natürlich gewesen.
00:42:44: Also da gibt es keine Aussagen, dass das jetzt super gut perfekt klappt, sondern es gibt genug Situationen, in denen halt dann keine guten Ratschläge oder unpassende Ratschläge gegeben werden.
00:42:57: Und das ist jetzt auch nicht verwunderlich für jeden, der halt in den letzten Jahren dieses Systeme ausprobiert hat.
00:43:01: Die funktionieren natürlich gut in einigen Belangen, aber andererseits sind das halt bislang auch einfach... wie wir schon oft gesagt haben, Systeme, die stochastische Wahrscheinlichkeitsverteilung berechnen für die nächsten Worte.
00:43:17: Aber man darf, wie gesagt, nicht den Fehler machen und das jetzt abzuschreiben, sondern das hat sich krass was getan in der Qualität.
00:43:24: Die Studien, die wir haben, sagen aber jetzt definitiv nicht, dass das immer durch die Bank weg supergut funktioniert.
00:43:31: Einige waren auch davon, dass es gefährlich ist.
00:43:35: Ich glaube aber, dass wir das Grundsätzlich gar nicht mehr wegdenken können, weil einfach viele Menschen das auf diese Art und Weise schon benutzen.
00:43:43: Dass sie quasi dieses System einsetzen, um überpersönlich, über Emotionen, Dinge zu verarbeiten.
00:43:48: und unabhängig davon, was jetzt diese Studien sagen, müssen wir ja mit der Realität umgehen und sagen, okay, wir haben dieses System jetzt, viele Menschen nutzen das.
00:43:57: Wie können wir denn die Situation so auch einstielen als Gesellschaft, dass da jetzt kein Problem für uns daraus entsteht?
00:44:05: Also mich wundert das wenig.
00:44:07: Ich habe auch mal eine Metastudie gesehen, die ist tatsächlich jetzt vom November.
00:44:14: Ich glaube, einunddreißig randomisierte, kontrollierte Studien mit fast über dreißigtausend jungen Erwachsenen ausgewertet, mit dem Ergebnis, dass das schon Benefits sind, also dass das schon Verbesserungen, Linderungen bei psychischen Stress, Verbesserungen bei Depressionen, Angststörungen und sowas, dass das schon messbar ist.
00:44:34: Und ich denke, Das ist ein ganz großer Hebel.
00:44:37: und ich kann mich auch erinnern, als hier JGPT released wurde, dann wurde immer viel spekuliert, was in die größten Ansatzfälle und dann war ja das Thema Gesundheit und sowas war ja eins ganz ganz vorne weg und das verwundert auch nicht.
00:44:46: Gesundheit und Lernen, das waren die
00:44:48: Sachen wie Bill
00:44:49: Gates beispielsweise, damals schon Anfang des Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr.
00:44:54: Da gibt es ein gutes Interview mit ihm.
00:44:55: wo er auch darüber berichtet, wie er das System, bevor das noch an die Öffentlichkeit ging, das erst mal ausprobiert hat.
00:45:01: Und kann ich nur empfehlen, können wir auch gerne noch mal in die Show Notes packen, weil das ist ein sehr, sehr gutes Interview.
00:45:07: Das waren so die beiden Hauptfälle, die er damals genannt hat schon.
00:45:09: Ja, und man sieht einfach, dass das aufgrund des technischen Fortschritts der letzten Jahre und der, der ja noch uns bevorsteht, dass das natürlich ein diesem Thema wird.
00:45:16: Und da bin ich also auch... Überzeugt davon.
00:45:21: Die Studien sind halt die eine Sache.
00:45:23: Und da muss man sagen, es gibt Studien, wie du sagst, die natürlich Benefits auf jeden Fall aufzeigen und allein jetzt aus der Nutzung, wie beide sind ja jetzt wirklich nicht gerade leichte Nutzer, sondern ich würde sagen, wir gehören zu den Hardcore-Usern dieser Systeme.
00:45:40: Und da kann man natürlich ganz klar sagen, also das hilft in dem Sinne, dass du halt immer etwas hast, wo du deine Gedanken reingeben kannst.
00:45:49: Du kannst ein Feedback bekommen und das Feedback ist mittlerweile auch zumindest technologisch gesehen, technisch gesehen, fachlich gesehen, häufig extrem gut.
00:45:58: Wenn es nicht immer perfekt ist, aber die Frage ist, wenn du es nicht hast und gar kein Feedback bekommst oder nur Feedback aus der engsten Familie bekommst, die Leute, die natürlich dich auch nicht therapieren können und sollten, sondern die Leute leben ja auch damit dann.
00:46:13: Ich bin davon überzeugt, dass das auf jeden Fall ein sehr positiven Effekt haben kann.
00:46:20: Die Frage ist halt nur,
00:46:22: ob
00:46:23: man das steuern muss als Gesellschaft, ob man dem so freien Lauf lassen kann, ob mehr AI beispielsweise, die haben jetzt auch eine Studie fördern, die jetzt auch genau zu dem Thema, also wie die Systeme wie GPD dann helfen können.
00:46:35: Also die sind schon sehr daran interessiert, die sehen natürlich, Wir brauchen uns nichts vormachen.
00:46:39: Die richten natürlich da auch sehr viel Umsatz, der damit generiert werden kann in Zukunft.
00:46:43: Also, brauchen wir uns nichts vormachen.
00:46:45: Ja, das glaube ich aber auch der Druck auch da.
00:46:46: Ich glaube jetzt, gerade jetzt in den letzten Wochen, gab es ja schon auch einige kritische Stimmen, gerade bei diesen Standardmodellen, sag ich mal, die genutzt worden sind.
00:46:56: Die American Psychological Association hat im November ja eine Warnung rausgegeben, dass gerade diese allgemeinen KI-Chat-Bots wie JGPT, wie Claude eben nicht für klinische Zwecke verwendet werden.
00:47:08: sollten, weil sie auch dafür nicht entwickelt wurden.
00:47:09: Genau, sie sind einfach nicht darauf mit diesem Ziel trainiert.
00:47:13: Ich würde aber behaupten, auch wenn das jetzt nicht unbedingt aufgelegt wird, dass die natürlich zunehmend versuchen, das auch in diese Richtung zu trainieren.
00:47:19: OpenRR hat tatsächlich sogar auch Mechanismen eingebaut, um Menschen etwas zu schützen.
00:47:25: Die haben beispielsweise eine Funktion eingebaut, wenn du jetzt ganz lange am Stück mit dem System hin und her dich unterhältst, dass du halt bestimmte Erinnerungen bekommst, die dann sagen, möchtest du nicht mal eine Pause machen.
00:47:37: Natürlich ist das auch aufgrund des öffentlichen Drucks so, dass sie da versuchen, nachzujustieren.
00:47:42: Aber am Ende des Tages ist es halt auf die breite Masse optimiert.
00:47:47: Also das System soll natürlich möglichst in der Breite helfen können und ist jetzt kein, sag ich mal, nur auf psychische Probleme spezialisiertes System.
00:47:58: Ich bin da aber, ich bin sehr zwiegespalten, weil ich glaube, Das, was wir jetzt auch im letzten Jahr gesehen haben, dieses System ist ein größer geworden, immer mehr Rechenleistung und dieses Hochskalieren scheint tatsächlich immer noch weiter zu funktionieren, ob man nicht auch mit so einem allgemeinen System irgendwann an den Punkt kommt, wo man ehrlicherweise sagen muss, wo uns dann auch die Studien sagen werden, okay, funktioniert im Prinzip.
00:48:21: genau so gut, wenn sich die Menschen darauf einlasten.
00:48:24: Ich weiß es nicht.
00:48:24: Ich bin da, wie gesagt, sehr selbst widerspalten.
00:48:27: Ja, muss das schon kritisch.
00:48:27: Es gibt natürlich auch schon dokumentierte Fälle, in denen CHIP KI Chatbots genutzt worden sind und die dann also wirklich Suizidgedanken nicht ernst genommen haben bzw.
00:48:38: dann problematische Denkmuster sogar noch verstärkt haben.
00:48:42: Also in einer Studie, auch aus dem letzten Jahr, erschnitten nur knapp vierzig Prozent der getesteten Therapie-Chatbots bei der Erkennung von solchen Risikosituationen.
00:48:51: Das hat auch Alison Darcy selber auch gesagt.
00:48:55: Sie hat auch gesagt, dafür, die Systeme können solche Gefahrensituationen nicht eindeutig reproduzierbar erkennen.
00:49:00: Es ist ein bisschen
00:49:01: wie mit dem autonomen Fahrten, glaube ich.
00:49:03: Also, wo du sagst, für Standard-Situationen funktioniert das exzellent.
00:49:07: Da ist das kein Problem.
00:49:08: Aber sobald du quasi außerhalb gehst, sobald du in Situationen und Bereiche gehst, die halt eben nicht gelernt worden sind, weil sie halt einfach einfach Out-of-Distribution sind, dann kann es halt dünn werden.
00:49:19: Aber auch hier, ähnlich zum autonomen Pfand, stelle ich mir die Frage, ist das denn dokumentiert bei wie vielen Therapeuten sowas, auch der Fall ist, dass Menschen beispielsweise dann trotz Behandlung mit Therapie zum Beispiel weiter Suizidgedanken entwickeln oder noch schlimmer.
00:49:34: Aber auch hier dann wieder, genau wie wir autonomen fahren, der Mensch kann halt Verantwortung übernehmen.
00:49:38: Also du kannst am Ende diesen Menschen, wenn das nachweisbar ist, dass ein Mensch das verursacht hat oder nicht seiner Pflicht nachgekommen ist, kann der Mensch Verantwortung ziehen.
00:49:46: Ein KI-Chatbot, also das ist, auch wenn wir uns nichts vormachen, das ist weiterhin ein... riesiges Zahlengeflecht, was über eine GPU geschoben wird.
00:49:55: Ich will das nicht kleinreden.
00:49:56: Du weißt, ich bin begeistert von der Technologie, was sie kann, aber gleichzeitig will ich halt auch davor warnen, das zu vermenschlichen.
00:50:05: Und das System kann einfach keine Verantwortung übernehmen.
00:50:07: Ja, das stimmt, aber die Systeme... Die wirken ja sehr menschlich.
00:50:10: Das ist auch gewollt von vielen Stellen.
00:50:12: Es gibt natürlich auch jetzt nicht nur Studien, sondern es gibt auch bekannte Fälle aus den Medien.
00:50:16: Also der bekannteste Fall ist ja der von Adam Rain, der mit sechzehn Jahren sich... praktisch in einer Phase, einer großen psychischen und verletzlichen Phase tatsächlich über ein längerer Zeitraum mit K.I.
00:50:27: Chatbots gesprochen hat und in seinen Gesprächen über Einsamkeit, über Forderung und Sinnlosigkeit.
00:50:34: Das wurde überhaupt nicht erkannt und am Ende des Tages kam es dann auch zum Suizid.
00:50:37: Und das ist auch einer der bekanntesten Fälle, der vor Gericht gelandet ist.
00:50:42: Und nach allem, was man jetzt so öffentlich weiß, hat einfach das System diese Gefahrensituation überhaupt nicht erkennen können.
00:50:50: stoppte das Gespräch nicht, um zu sagen, jetzt musst du dir Hilfe suchen, was ja eine einfache Lösung gewesen wäre.
00:50:55: Das konnte das System aber
00:50:58: gar nicht leisten.
00:50:59: In der Sache, das so zu diktieren, das System muss das machen, klingt das einfach, aber technisch ist es halt...
00:51:05: Genau, also das ist gar
00:51:06: alles andere als Trivia.
00:51:07: Deswegen muss man das ja so ansprechen.
00:51:09: Deswegen sagen ja auch Experten, das ist wirklich nicht einfach zu lösen.
00:51:12: Und sicherlich hat das keinen schlechten, keinen bösen Absicht gehabt.
00:51:16: Aber es hat letztlich dazu geführt, dass Adam Rains sich später das Leben genommen hat.
00:51:21: Und das zeigt einfach, dass wir schon ein grundsätzliches Thema da haben, ob es... Ja, ich sag mal in der psychischen Gesundheit, ob es reicht, dass man die meisten Fälle gut oder richtig löst oder muss uns alle sein.
00:51:34: Das sind wir wieder beim Autonomen fahren.
00:51:36: Das ist halt die Frage, was wir gesellschaftlich akzeptieren.
00:51:39: Ich bin bei dir, ich bin mir ziemlich sicher, dass auch man in das viele Leute, das weiß man ja oft, die vielleicht auch Ammo gelaufen sind, schon in psychiatrischer Behandlung waren oder und trotzdem Ammo gelaufen sind.
00:51:51: habe ich jetzt selten davon gehört, dass die dann nach allem in Verantwortung gezogen worden sind.
00:51:55: Aber irgendwo hätte jetzt, kann ich mir schon vorstellen, dass die Messlatte da anders sein wird.
00:52:02: Ich glaube, das muss man sich einfach überlegen.
00:52:03: Also, das ist definitiv so.
00:52:05: Dann kommt natürlich noch andere Themen dazu, wie Datenschutz.
00:52:07: Das kommt ja auch durch das Data-Experiment mit Reih durch, was jetzt für die Folge, finde ich, jetzt nicht so mega spannend ist.
00:52:12: Aber ja, das ist schon, also die Frage ist, wie gut ... müssen diese KI-basierten Systeme, und wie sicher müssen sie tatsächlich sein?
00:52:19: Wollen wir hundert Prozent?
00:52:21: Dann wird das, glaube ich, vieles erst mal ausbremsen.
00:52:24: Und es gibt da einen Faktor, der jetzt noch da reinkommt, nämlich letztes Jahr wird das Jahr der KI-Agenten, würde ich mal sagen, wo wirklich das erste Mal solche KI-Agentensysteme, die dann über ein längerer Zeitraum autonom agieren konnten, angefangen haben, wirklich gut zu funktionieren.
00:52:39: Dieses Jahr ist auf jeden Fall das Jahr des sogenannten Continuous Learning, also die KI-Organisationen arbeiten da dran, tatsächlich KI zu entwickeln.
00:52:50: Einige sprechen davon, dass es intern schon, dass sie es schon geschafft haben, Systeme, die quasi kontinuierlich lernen.
00:52:55: Und sobald so etwas ausgerollt ist, hast du sowieso keine Chance mehr.
00:52:59: irgendwas nachzuvollziehen, weil wenn das System dann wirklich kontinuierlich lernt und, sag ich mal, mit jedem Gespräch, das du führst, sich selber verändert und sich Sachen merkt und nicht so, wie es heutzutage ist.
00:53:11: Natürlich, Chatchapity hat auch eine Memory-Funktion, aber ganz stumpf beschrieben, der schreibt sich halt in ein Textdokument einfach Erinnerungen auf, die dann später wieder reingeschoben werden ins Gespräch.
00:53:20: Also, es ist, sag ich mal, banal.
00:53:22: funktioniert, aber es ist banal.
00:53:24: Aber wenn sobald wir dahin sind, dass diese Systeme ... im Kern lernen und du nicht mehr reingucken kannst, was gelernt wird und das nachvollziehen kannst, hast du sowieso keine Chance mehr, das danach zu vollziehen, weil das kann, da kann so ein schneller Drift da natürlich eintreten.
00:53:37: Und ich bin jetzt sicherlich kein KI-Dummer, aber da wird mir auch schon ein bisschen unheimlich, wenn ich darüber nachdenke, muss ich sagen.
00:53:48: Weil wir wissen, was diese Systeme leisten können, aber auch gleichzeitig, diese Systeme sind keine Menschen, einige Fehler, die diese Systeme machen, sind dann so, banal, aus menschlicher Sicht, dass man sich fragt, wie kann man so was überhaupt loslassen auf solche Geschichten?
00:54:05: Es ist einfach ein super schwieriges Thema aus meiner Sicht.
00:54:08: Das ist das eine und das andere, was wir jetzt sehr stark sehen in vielen Ländern, ist die Einschränkung von Social Media ab einem gewissen Alter.
00:54:15: in Australien beispielsweise, unterhalb von, ich weiß nicht, ob es vierzehn oder sechzehn sind, jetzt quasi zehn Plattformen sind, den ist es untersagt, dass sich ... Menschen unter dieser Altersschwelle da überhaupt registrieren dürfen und das nutzen dürfen, ist natürlich auch sehr krass diskutiert, aber ich habe die große Vermutung, dass das in vielen mehr Ländern kommen wird.
00:54:36: Ich habe die Vermutung, dass es auch auf EU-Ebene zunehmend diskutiert werden wird, ob man nicht als Gesellschaft sich dafür entscheidet, zu sagen, nein, Social Media ist etwas, da muss man alt genug für sein, um es nutzen zu können.
00:54:49: Ich weiß nicht, ob es bei KI auch solche Diskussionen geben wird, wo man sagt, das kann man nur einen mündigen Bürger mit in die Hand geben.
00:54:58: Und das ist nichts, wo man jetzt zum Beispiel Kinder ohne Schutz und Kontrolle drauf loslassen kann.
00:55:05: Gleichzeitig sehe ich natürlich einen riesen Potenzial.
00:55:08: Weil ich weiß, was es macht, wenn du ein neugieriger Mensch bist, wenn du einfach viele Dinge lernen willst, wie viel schneller du mit diesem System lernen kannst.
00:55:16: Auch diese sachliche Einordnung von vielen Dingen.
00:55:19: Im persönlichen Kreis habe ich ein Beispiel.
00:55:21: Das zeigt zwei Dinge, die wir heute angesprochen haben, relativ deutlich auf.
00:55:25: Die Überlastung, Überforderung des Systems und einerseits, wie solche Systeme helfen können.
00:55:29: Ich habe privat selber mal mitbekommen, wie jemand in meinem Umfeld einen Panikanfall hätte.
00:55:35: Weil wir nicht wussten, wie wir damit umgehen sollten, habe ich den Krankenwagen angerufen.
00:55:39: Das war halt ... gar nicht hilfreich.
00:55:41: Also die meinten dann, ja, wir können vorbeikommen, aber das ist halt keine gute Idee und dann müssten wir sie vielleicht mitnehmen oder würden sie gar nicht mitnehmen.
00:55:49: Und es war auf jeden Fall also, war vielleicht sachlich richtig, aber es hat das Gegenteil bewirkt von dem, was ich eigentlich wollte damit.
00:55:57: Und dann habe ich einfach den Advanced Voice Mode von ChatGPT angemacht und ohne Witz.
00:56:00: Und dann haben wir mit dem System gesprochen und das hat die Person beruhigt.
00:56:03: Die Person ist ruhiger geworden, weil du einfach plötzlich diese sachliche Einordnung hattest.
00:56:07: Du hattest ein System, was dir zugehört hat, was dir auch relativ gut zugeredet hat.
00:56:13: Und das war für mich ein Beispiel, wo ich sage, wie kann eine Zukunft ohne KI denn aus?
00:56:20: Wie soll das denn aussehen?
00:56:21: Wenn wir jetzt sehen, das System ist einerseits überlastet und funktioniert nicht hundertprozentig gut.
00:56:25: Und diese Technologien helfen.
00:56:27: Helfen, ganz klar.
00:56:27: Ja,
00:56:27: auf alle Fälle.
00:56:28: Nein, definitiv.
00:56:29: Da bin ich auch komplett dabei.
00:56:31: Ich sehe natürlich noch die emotionale Bindung als eine Herausforderung.
00:56:35: Das haben wir ja gesehen bei GPT-IV, weil es das abgestellt wurde, der Schleimermodus, dass einige Leute dann, die hatten ja so eine... dysfunktionale, emotionale Bindung aufgebaut, die ja gar keine eigentlich ist, aber die Leute empfinden die so.
00:56:49: Und als dann das abgestellt worden ist, dann haben die ja schon Verlustängste gezeigt, die dort aufgetaucht sind, was auch wiederum ein zweites Phänomen ist, was auch gar keinen Sinn macht, weil es gar kein Verlust ist, aber es fühlt sich eben für die Person dann so an, dass jemand verloren gegangen ist.
00:57:05: Genau, das
00:57:05: zeigt ja einfach auf, dass für viele Menschen offensichtlich im realen Leben fehlt einfach diese Ebene, dass du Menschen hast, die dir nahe genug stehen, als dass du deine innersten Bedenken mit diesen Menschen teilen kannst und darüber sprechen kannst.
00:57:20: Und du flüchtest dich dann in ein System, was dir von Anfang an zuhört, was Vierundzwanzig Sieben verfügbar ist, was dir Dinge sagt, die dazuführen, dass du dich besser fühlst.
00:57:29: Und da, glaube ich, ist es extrem wichtig, jetzt drauf zu schauen, was ist davon sinnvoll, was ist davon nicht sinnvoll, weil ... Das, was du jetzt beschrieben hast mit GPT-FORO, das war glaube ich schon extrem.
00:57:39: Gerade da gab es ein Update, das hat wirklich dazu geführt, dass das quasi das System immer dir gut zugerätet.
00:57:44: Egal, was für dumme Vorschläge du da reingebracht hast.
00:57:47: Und das führt natürlich dann sicherlich zu keiner guten Entwicklung langfristig gesehen.
00:57:52: Das wird aber glaube ich, das wird ein fester Teil von Diagnosen in Zukunft sein, dass wir sagen, okay, es gibt Menschen, die begeben sich da einfach in eine krasse Abhängigkeit mit diesem System.
00:58:02: Und auch da wieder.
00:58:05: Würdest du das als Abhängigkeit bezeichnen, wenn du halt Menschen brauchst, der dir zuhört, der bei dir ist, ist ja auch, also du ersetzt halt das eine mit dem anderen.
00:58:13: Ja,
00:58:13: ja klar, definitiv.
00:58:14: Es
00:58:15: ist eine gesellschaftliche Frage, die wir beantworten müssen, wo wir sagen müssen, wie schaffen wir es vielleicht wieder dann doch besser für einander da zu sein und doch mehr Wert wieder auf das menschliche miteinander zu legen.
00:58:25: Wenn wir alle nicht mal arbeiten müssen, dann haben wir vielleicht wieder mehr Zeit dafür, auch die Gedanken gibt es dann.
00:58:30: Ja, also
00:58:30: soweit müssen wir nicht gehen, aber ich bin der Meinung, lasst uns doch daran arbeiten alles, was stumpf ist, zu automatisieren und zu versuchen, wieder diese soziale Notwendigkeit stärker zu betonen, soziale Berufe wieder zu stärken.
00:58:45: Und das ist ja auch jetzt nichts, wo man sagen kann, also wir können nicht in die Zukunft gucken und das Thema Arbeitsmarkt der Zukunft ist einfach auch ein schwieriges Thema, weil es gibt einfach unzählige Faktoren und auch unzählige ganz konträre Meinungen zu dem Thema.
00:59:01: Aber ich glaube, wie gesagt, als moderne Gesellschaft sollten wir ja zumindest den Mut haben und den Willen zu sagen, lasst uns doch an einer besseren Gesellschaft arbeiten und dann zu gehörten, um auch dann diese sozialen, die soziale Ebene aus meiner Sicht zu stärken.
00:59:14: Ja, definitiv.
00:59:16: Prinzip muss man ehrlicherweise sagen, die Entwicklung, dass man technische auch IT-Systeme genutzt hat, um Hilfe zu suchen oder nachfangen.
00:59:24: Das kennen wir spätestens seit der Google-Zeitalter.
00:59:29: Und das muss ich sagen, ich habe die Erfahrung ja auch schon mal geteilt mit meinem Sohn, welche Recherche ich ja gemacht habe aufgrund seiner Epilepsie, einer schweren seltenen Form der Epilepsie.
00:59:40: wo ich, glaube ich, mit Google viel schlechter, also nicht nur vorangekommen wäre, sondern auch viel mehr auf eine falsche Pferde.
00:59:45: Und da hat mir tatsächlich KI-Systeme viel besser geholfen.
00:59:50: Seit dem ja wirklich seit drei Jahren ja massiv hinterfragen, warum Ärzte das nicht standardmäßig, also ich würde das ständig benutzen.
00:59:56: Also das andere Fall ist... Viele
00:59:58: machen es auch, muss man dazu sagen.
00:59:59: Also ich glaube, wenn man darf nicht den Fehler machen und davon ausgehen, dass sie es gar nicht benutzen, sondern ich glaube, viele nutzen es tatsächlich auch.
01:00:05: Und wir haben ja hier auch tatsächlich in Paderborn schon mit vielen Ärzten gesprochen.
01:00:11: Ich glaube, das ist auch so eine Sache, da muss jeder selber auch feststellen, wo es wirklich gut hilft und wo es nicht hilft.
01:00:16: Und ich sehe das als unsere Aufgabe jetzt aus dem Forschungsbereich heraus, Systeme zu entwickeln, die insbesondere so diese Nebenaufgaben unterstützen können, also Dokumentationen, Transkriptionen, schnelle Analysen, im Prinzip alles, was ich als stumpfer Arbeit bezeichnen würde und was die Menschen selber auch sagen würden, das ist ein Stumpferteil meines Berufs, genauso wie ... meinen Dienstreiseantrag, den ich in SAP stelle.
01:00:39: Das ist ein Stummpferteil meines Berufs, den möchte ich nicht machen müssen.
01:00:43: Ich möchte einfach sagen, ich will die Dienstreise machen und dass das dann einfach erledigt wird, verstehst du, genauso wie eigentlich auch die Steuererklärung am Ende des Jahres nicht machen muss.
01:00:51: Also solche Dinge sind... Dinge, die ich persönlich als stumpf bezeichne, ist natürlich...
01:00:55: Da liegen aber ganze Branchen dran.
01:00:57: Ja,
01:00:57: aber auch da müssen wir uns fragen.
01:00:59: Also, willst du Branchen am Leben halten oder willst du in die Zukunft schauen?
01:01:03: Und ich finde, genauso wie wir Mutiger sein sollten im Mobilitätsbereich, sollten wir auch was diese Sachen angeht.
01:01:09: Und ich glaube, da kann Deutschland sich ganz gut an die eigene Nase fassen, weil wir einfach einen riesigen Verwaltungsapparat haben, wo das Thema, was ich angesprochen habe, Gatekeeping auf jeden Fall sehr groß geschrieben wird.
01:01:20: Zum Beispiel gibt's das Thema, dass du halt bestimmte Tätigkeiten ohne Steuerberater gar nicht durchführen kannst, realistischerweise, weil es einfach zu viel Aufwand ist.
01:01:31: Wo ich mir denke als Bürger, wie können wir in einem System leben, wo einfach Dinge per Gesetz quasi fast vorgeschrieben sind, dass du halt erst mal den ersten Monat musst du dafür arbeiten, um deinen Steuerberater zu bezahlen.
01:01:43: Das ist doch absurd.
01:01:45: Warum können wir nicht an Pragmatismus arbeiten, an Einfachheit und vor allem daran, die Gesellschaft in Gänze zu verbessern.
01:01:51: Aber ich drifte ab, du merkst es schon nicht.
01:01:53: Ich habe viele
01:01:54: Dinge,
01:01:55: die mich gewormen.
01:01:56: Ja, ist lang.
01:01:58: Hat er erst gestartet.
01:01:59: Aber lass uns mal an der Stelle einmal kurz zusammenfassen.
01:02:03: Also, wie ... Fachleute, nicht nur wir.
01:02:06: Also die Fachwelt, wir haben jetzt auch eine Studie, sind sie schon mal einig, also wir werden jetzt nicht die Therapeuten durch KI-Systeme ersetzen.
01:02:12: Also
01:02:13: nicht vollständig.
01:02:13: Das ist auch gar nicht das Ziel.
01:02:15: Genau, das ist gar nicht das Ziel.
01:02:16: Das Ziel ist eigentlich, dass wir die Systeme weiter ausreifen und sie werden reifer, sie werden besser und dass wir sie, sagen wir mal, vielleicht nicht dafür nutzen, um jetzt nonverbale Signale zu erkennen, sondern eher da, dass sie sicher eingesetzt werden können bei der Begleitung, dort einzusetzen.
01:02:31: Da sind wir beim Gedanken-Experiment und ich finde, da müssen wir einen Blick draufwerten, weil ich glaube sowas wie Auswertung von Vitalwerten jetzt nicht im Sinne von du versuchst die Emotionen irgendwie abzuleiten, sondern es gibt ja harte Signale, die bestimmte Dinge nachweisen können.
01:02:46: und gerade zum Beispiel in der Depressionsforschung ist das Interessante, dass der Schlaf hat einen riesen Einfluss darüber.
01:02:52: Es gibt also, ich kann empfehlen, es gibt einen sehr guten Podcast mit Harald Schmidt raus aus der Depression heißt, den kann ich sehr empfehlen, weil er sehr sachlich eingeordnet wird, viele Sachen.
01:03:02: und es gibt einen Phänomen, was ich unglaublich faszinierend finde und zwar Mensch mit Depression, da ist es wohl so, wenn du die Nacht aufwächst, wenn du sagst, wenn du den in den Schlaf wegnimmst.
01:03:16: dann scheint die Depression in dem Moment wie weggeblasen zu sein.
01:03:19: Das ist ein ganz interessantes Phänomen.
01:03:21: Und solche, sag ich mal, Dinge zu messen.
01:03:24: Wie lange hat der Mensch geschlafen?
01:03:26: Wie ist die Stimmung?
01:03:27: Das kann man natürlich über Abfragen machen.
01:03:28: Das muss ja nicht automatisch ausgelesen werden, sondern du kannst ja einfach, wie wir das im Gedankenexperiment auch gehört haben.
01:03:35: in Zukunft mit deinem persönlichen Assistenten, der fragt dich einfach, wie ist deine Stimmung, wie geht's dir heute?
01:03:40: Und ich glaube so was, dieses einfach Datensammeln, um dann halt viel besser auch dem Fach, der Fachperson direkt aufzuzeigen, okay, so ist die Situation, dann kann die Fachperson direkt viel besser einschätzen.
01:03:53: Weil als einzelner Mensch, glaube ich, mit einer psychischen Erkrankung ist es halt wieder eine... Ein Aufwand und eine Last natürlich, wenn du so was machen musst, wie Tagebuch führen, wenn du Dinge dokumentieren musst.
01:04:04: Und ich glaube, da können solche Systeme extrem gut helfen.
01:04:08: Ja, absolut.
01:04:08: Also Transparenz zu schaffen, auch die, ich sage jetzt mal, die Güte der Behandlung einfach deutlich zu anzuheben und zu verbessern, dass ich auch diesen Potenzial um einen... Ich denke, das ist jetzt auch keine Diskussion, ob das kommen wird, sondern die Frage ist, wie man das weiterentwickelt und weiter gestaltet.
01:04:26: Und damit beschäftigt sich jetzt ja auch nicht nur ein Open AI.
01:04:29: Ich glaube, ein Open AI beschäftigt sich schon, ich glaube, nicht in erster Linie, dass sie das Thema Therapie auf dem Fokus haben.
01:04:35: Ich glaube, die merken, dass das halt dafür genutzt wird.
01:04:37: Und ich glaube, da müssen sie auch sicherstellen, dass sie nicht irgendwann ganz schlecht die Presse oder die Problematik in Größe oder Überhand nehmen, weil ich glaube, da kann man sicherlich auch anders regulieren, was ich glaube, was keinen Sinn macht.
01:04:49: Ich glaube, Social Media zum Beispiel zu regulieren ist sinnvoll, ist auch schwierig umzusetzen.
01:04:54: Was nützt es mir, wenn ich da drauf klicke und sage, ich bin älter als achtzehn und dann habe ich, das sind so, ich weiß gar nicht, wie das in Australien, wie die das kontrollieren wollen.
01:05:01: Lass uns vorhin das machen.
01:05:02: Ich glaube, das ist ein Thema, das wir in einer Folge mal wirklich diskutieren sollten, aber einen Fakt finde ich sehr spannend, nämlich... Jugendliche, die befragt worden sind, ob sie auf Social Media verzichten wollen in Australien beispielsweise, haben geantwortet, ja, aber nur wenn meine Freunde darauf verzichten.
01:05:17: Also ich glaube schon, dass das funktionieren kann, dass das auch eine gesellschaftliche Entscheidung ist.
01:05:23: Ich bin, wissen die, höre und weißt du, ich bin kein Freund von Verboten grundsätzlich, sondern ich bin eigentlich ein sehr großer Befürworter von vielen Freiheiten, auch Meinungsfreiheit und diese Dinge.
01:05:36: Aber so etwas lässt sich ja auch durch Studien belegen, die Wirkung von Social Media.
01:05:41: Und ich glaube, wir alle kennen diese Technologie jetzt schon lange genug, um bewerten zu können, dass das tatsächlich nicht nur positiv ist und müssen uns ehrlicherweise die Frage stellen, wollen wir wirklich, dass unsere Kinder da so früh wie möglich schon in dieses Thema reingehen oder wollen wir nicht doch es schaffen, dass sie irgendwo freier als Jugendliche agieren können, dass sie nicht diesen enormen Druck verspüren, mithalten zu müssen mit anderen, weil du hältst, früher hast du mit deiner eigenen Klasse mithalten müssen.
01:06:08: Auch das war Peer Pressure, auch da gab es soziale Zwänge.
01:06:11: Aber das ist natürlich ein ganz anderes Niveau, wenn du über Social Media sprichst.
01:06:14: Und ich, deshalb, das ist ein Thema, wo ich tatsächlich gar nicht so kritisch drauf gucke, sondern wenn ich glaube, wenn es richtig und gut gemacht ist und man als Gesellschaft auch das gut entscheidet, kann so etwas vielleicht tatsächlich Sinn vor sein.
01:06:26: Und du wolltest wahrscheinlich jetzt das auf das Thema KI übertragen.
01:06:30: Ja, genau, weil ich glaube, Beim Thema KI müssen wir eigentlich so weit gut kommen, dass wenn ich über Verbot oder Ausgrenzung der KI für gewisse Gruppen sprechen muss, dann muss sich KI wirklich wützig und wützig auch so weiter entwickeln, dass sie auch, wenn sie von einem Kind genutzt wird, Kind sicher sein muss und auch wird.
01:06:47: Da bin ich überzeugt davon, das ist sicherlich heute noch nicht der Fall, aber da werden wir uns hinbewegen, dass ich glaube nicht, dass das anders funktionieren wird und das ist ja auch die Erwartung an ein intelligentes System.
01:06:57: Wir können ja schlecht sagen, wir können hier mit einem sehr intelligenten System kommunizieren, aber die lassen wir nicht auf gewisse Gruppen zu.
01:07:05: dafür gemacht, auch auf spezielle Gruppen, sei es Kinder oder
01:07:09: Leute,
01:07:09: die Personen damit zu kommunizieren.
01:07:11: Wir hatten das beim Thema Wissen.
01:07:12: Es ist halt eine enorme Demokratisierung auch von Wissen und von Zugang zu Wissen.
01:07:17: Von daher sollten wir das tunlichst vermeiden, das kategorisch zu auszuschließen für bestimmte Bevölkerungsgruppen.
01:07:24: Ich glaube nicht, dass das der richtige Weg ist, aber gleichzeitig halt wirklich darauf pochen und daran arbeiten zu sagen, okay, wir wollen, dass diese Systeme besser werden, wir wollen, dass diese Systeme sicherer werden.
01:07:34: Thema Datenschutz wollten wir heute jetzt nicht darauf eingehen, aber auch da bin ich persönlich jetzt der festen Überzeugung.
01:07:39: Also wenn ich möchte Systeme haben, die dann auch lokal betrieben werden können bei mir zu Hause, ohne dass ich zwangsweise in der Cloud funken muss und wir sind tatsächlich technisch gesehen gar nicht so weit davon entfernt.
01:07:50: Also hatte ich ja gesagt, mein Ziel für im Jahr ist der persönliche Assistent, der zu Hause läuft.
01:07:56: Das Gerüst steht schon tatsächlich im Januar.
01:07:59: Kurz wenige Tage danach gibt es auch sehr coole Leute im Internet, die sehr interessante Systeme aufgebaut haben.
01:08:06: Für diejenigen, die sich interessieren, schaut mal nach Claude Bott mit Weh geschrieben von Peter Steinberger.
01:08:11: Das ist schon echt eine krasse Erfahrung, wenn du plötzlich ein System hast, das quasi wie dein Personal Assistant mit dir sprechen kann und über alle Kanäle WhatsApp, was auch immer mit dir spricht.
01:08:21: Ist nochmal eine ganz neue Erfahrung, ist nicht ohne Risiken, weil du lässt das System, du gibst dem System sehr viel Zugriff auf deines System und Daten.
01:08:28: Also bitte nur machen, wenn ihr euch vertraut fühlt mit der Technologie, aber dann ist es schon eine krasse Erfahrung.
01:08:36: Und das wäre halt mein Wunsch, dass solche Systeme dann einfach auch, dass du halt die Hochheit darüber hast und entscheidt kannst und dass niemand dieses System einfach wegnehmen kann wieder, weil das ist dann wieder, das wäre, glaube ich, aus meiner Sicht der genaue falsche Weg.
01:08:50: Dann lass uns einmal zusammenfassen und ein Schnürchen, um die Folge zu machen.
01:08:54: Also erstens, wir haben festgestellt, das System an sich, was Psychotherapie angeht, ist eigentlich massiv überfordert, lange Wartezeiten, zwanzig Wochen im Durchschnitt in Deutschland, neunzig Prozent betroffenen weltweit ohne Behandlung.
01:09:07: Also das ist eine Krise, die wir definitiv nicht ignorieren können.
01:09:11: Ja, absolut.
01:09:12: Und ich will vielleicht an der Stelle auch noch sowohl an unsere Kollegen als auch natürlich an euch alle daraus sagen, wenn ihr in einer solchen Situation seid, ich glaube, so hart das auch dann ist, ihr dürft auf keinen Fall aufgeben, sondern ihr müsst versuchen, Hilfe zu suchen, weil die Hilfe ist da.
01:09:32: Das Problem ist, glaube ich, am Ende des Tages nicht, dass die Hilfe nicht da ist, sondern daran zu kommen an die Hilfe ist, dass die größte Hürde.
01:09:40: Und das ist auch etwas, wo ich wirklich dafür plädiere, dass man viel offener damit umgeht, darüber spricht.
01:09:46: Und letztendlich ist es halt, es sind Erkrankungen wie allen anderen Erkrankungen auch.
01:09:50: Also das ist soziales Stick.
01:09:51: Man gerade in unserer Generation, glaube ich, ist gar nicht mehr so da, sondern ganz im Gegenteil.
01:09:55: Ich habe letzten noch gelesen, dass wir wohl angeblich die erste Generationen sein sollen, die ihre Kinder auch ... Mit dem Bewusstsein erzieht, dass man selber viele Traumata hat, die man verarbeiten muss.
01:10:08: Dass man nicht möchte, dass die eigenen Kinder solche Traumata in Zukunft haben.
01:10:13: Und das ist die vorherigen Generation, dass die da halt null Sensibilisierung für hatten, was jetzt nicht die eigene Schuld ist.
01:10:19: Es war einfach eine gesellschaftliche Geschichte.
01:10:22: Und ich kann nur dafür plädieren, dass das Thema offen anzugehen, wenn ihr jemanden kennt, der Unterstützung braucht.
01:10:28: Versucht diesen Menschen insbesondere so zu helfen, dass ihr beispielsweise versucht, Termine zu organisieren, dass ihr versucht, die Telefonate vielleicht zu übernehmen, weil das ist das, was am Ende sehr schnell dann tatsächlich helfen kann.
01:10:40: Denn diese initiale Hürde ist, glaube ich, häufig das große Problem, weswegen viele Leute nicht in den, ich will nicht sagen Genuss, aber in die überhaupt die Chance bekommen, diese Behandlung dann durchlaufen zu können.
01:10:51: Und ich denke, die Zukunft wird sicherlich nicht sein KI oder Mensch, sondern wahrscheinlich die Kombination von beidem in so einer Bandlung.
01:10:58: Und das ist ja erst mal ein positives Bild, dass wir dort nicht nur gesellschaftlich das als Thema als Herausforderung annehmen, sondern dass wir auch Lösungen sich entwickeln oder auch haben werden, um das einfach besser an den Griff zu bekommen, als das bisher der Fall ist, weil das ist einfach sicherlich nichts, was man als Gesellschaft tolerieren sollte oder einfach mit sich mitschleppen sollte.
01:11:19: Ja, das sehe ich genau so.
01:11:21: Ich hoffe, dass die Folge jetzt nicht zu einem zu traurigen oder negativen Beigeschmack bei euch hinterlässt.
01:11:30: Es ist ein wichtiges Thema von daher.
01:11:32: Wir haben eigentlich schon fast seit Folge eins fest eingeplant, diese Folge zu machen.
01:11:38: Wir wussten, dass es nicht einfach ist und dass wir auch natürlich nur mit einer sehr starken Meinung jetzt hier reingehen können, die sicherlich nicht alle Facetten immer abdecken kann, die dieses Thema mit sich bringt.
01:11:53: Schreibt uns gerne, was eure Erfahrungen sind, wenn ihr darüber sprechen möchtet.
01:11:58: Und vor allem auch würde mich interessieren, wenn ihr sagt, ihr nutzt KI für Dinge, die man da so einordnen würde.
01:12:05: Wie ist eure Erfahrung, wie ist eure Bilanz?
01:12:08: Hilft euch das?
01:12:09: Ich persönlich kann schon sagen, also, dass die Systeme schon eine enorme Unterstützung sind im Alltag, nicht nur in technischen Fragestellungen, sondern eigentlich in allen Fragestellungen, weil zumindest hast du ein System, dem du einfach immer eine Frage stellen kannst, du kriegst immer eine Antwort, ob du damit zufrieden bist, dann steht auf einem anderen Blattpapier.
01:12:26: Und vielleicht zum Abschluss nochmal der Hinweis, wer wirklich akute Hilfe braucht, der kann die Telefonsil-Sorge rund um die Uhr anrufen unter Null, Achthundert, dreimal die Eins, Null, dreimal die Eins oder Null, Achthundert, dreimal die Eins, Null und dreimal die Zwei kostenlos anonym.
01:12:42: Und ansonsten freue ich mich dann euch wieder.
01:12:45: Nicht zu sehen, aber dass ihr uns zuhört bei der nächsten Folge.
01:12:48: Bis dann.
01:12:49: Macht's gut.
01:13:12: Ciao.
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